Offenes Austauschformat Forum Städtepartnerschaften NRW für Städtepartnerschaftsvereine
Online | 19. März 2026 | 18-20 Uhr
Das 22. „Forum Städtepartnerschaften NRW“ der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften richtete sich mit seinem Zeitfenster nach Feierabend insbesondere an die Ehrenamtlichen aus der Vereinswelt.
Am 19. März 2026 fand das 22. Forum Städtepartnerschaften NRW als offenes digitales Austauschformat statt. Das Forum bot eine Plattform für neue und erfahrene Akteure in der Städtepartnerschaftsarbeit. Die vorab eingereichten Fragen und Themenwünsche wurden gebündelt und der Reihe nach besprochen – so konnte die gesammelte Erfahrung aller Teilnehmenden zum Tragen kommen. Jede*r stellte sich bei seinem ersten Wortbeitrag vor, um ein besseres Kennenlernen und auch, sofern gewünscht, eine spätere Kontaktaufnahme zu ermöglichen.
Fördermittel
Das Thema Fördermöglichkeiten stand direkt am Anfang im Mittelpunkt. Es wurde über verschiedene Förderprogramme für Städtepartnerschaften informiert, darunter spezielle Austauschprogramme und Reiseförderungen. Besonders hervorgehoben wurden die Europa-Schecks der Landesregierung sowie aktuelle Fördergelder im Bereich Sport, die auch für inklusive Projekte zur Verfügung stehen – so etwa entsprechende Förderung, sofern Vereine im Landessportbund organisiert sind. Die Bedeutung von klar ausgefüllten Anträgen wurde anhand eines Beispiels verdeutlicht: Ein falsch gesetztes Kreuz führte im Fall eines Vereins zum direkten Ausschluss aus der Förderung. Schließlich wurde auf die umfangreichen Information zu Förderung für Städtepartnerschaften auf der Website der Netzwerkstelle sowie das entsprechende Kapitel (ab S.21) in ihrer Einstiegsbroschüre zu Städtepartnerschaften verwiesen, die den Vereinen als praktische Ressource dienen. Auch im Newsletter der Netzwerkstelle werden regelmäßig aktuelle Förderangebote zusammengetragen.
An einer kürzlich publizierten Studie zu Klein- und Kleinstförderung hatten sich zahlreiche Vereine aus NRW beteiligt.
„Die im März 2026 veröffentlichte Studie zeigt, wie essenziell kleine finanzielle Hilfen für das lokale Engagement angesichts knapperer öffentlicher Kassen sind. Vereine und Initiativen klagen jedoch über einen unverhältnismäßig hohen administrativen Aufwand bei den Förderungen und den fehlenden Überblick in einer kaum durchschaubaren Förderlandschaft.
Mikroförderprogramme, bei denen kleinere Beträge bis zu 5.000 Euro beantragt werden können, sind an der Basis der Zivilgesellschaft immens gefragt. Knapp 40 Prozent der zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland nutzen dieses Instrument bereits, um ihr lokales Engagement niedrigschwellig zu stärken. Die Studie von ZiviZ im Stifterverband und der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) zeigt nun erstmals bundesweit, wie diese Mittel eingesetzt werden und wo es noch hakt. Die Studie wurde von WestLotto gefördert.“
Studie zum Nachlesen
Kleine Summen, große Hilfe?
– Die Bedeutung von Mikroförderung für zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland
Peter Schubert – Andrea Walter – Julia Bartel | 2026 | ZiviZ im Stifterverband. Berlin.
Zum Hintergrund: Die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW – Prof. Dr. Andrea Walter) und ZiviZ im Stifterverband (Dr. Peter Schubert/Julia Bartel) führten gemeinsam eine bundesweite Studie zur Bedeutung von kleineren Fördermittelbeträgen für zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland durch. Die Befragung richtete sich sowohl an Organisationen mit Rechtsstatus (Vereine, Stiftungen oder auch gemeinnützige Kapitalgesellschaften) als auch an lose Gruppen und Initiativen ohne Rechtsstatus. Ziel ist es, besser zu verstehen, wofür Organisationen die beantragten Mittel einsetzen, welche Herausforderungen sie dabei erleben und welche Verbesserungen sie sich wünschen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, entsprechende Förderprogramme gezielter an den Bedarfen der Praxis auszurichten. Die Studie wurde durch WestLotto gefördert und ist nun veröffentlicht. Hier geht es –> zum Download
Reisen
Allgemein gilt, dass – neben den eigenen Kommunen – auch kommunale/regionale Banken und Sparkassen, Stiftungen und Wohltätigkeitsvereine wie Rotary und Lions Clubs angesprochen werden können. Dazu kommen die bilateralen Jugendwerke, wie etwa das deutsch-französische, das deutsch-polnische oder auch das deutsch-niederländische Jugendwerk.
Wenn es um Schulaustausche geht, können der Pädagogischer Austauschdienst (PAD) und das Schulministerium NRW angesprochen werden:
- Pädagogischer Austauschdienst (PAD): Austausch bildet: PAD: https://www.kmk-pad.org/
- Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen | Austausch macht Schule
https://www.austausch-macht-schule.org/node/301
https://www.schulministerium.nrw/internationaler-schueleraustausch
https://www.schulministerium.nrw/schule-bildung/bildungsthemen/internationales
Zu Unterstützungsmöglichkeiten zu Austauschprogrammen in die USA wurde auf ein aktuelles Projekt verwiesen, welches die AHK Chicago mit Förderung des Wirtschaftsministeriums umsetzt. Das Projekt „Partnerships for the Future“ fördert die ersten Verbindungen zwischen deutschen Berufsschulen und US-amerikanischen Community Colleges mit dem Ziel, nachhaltige Austauschprogramme für Auszubildende zu etablieren. Mit dabei ist auch die Joachim-Herz-Stiftung.
Ein innovativer Ansatz wurde im Bereich der Organisation von Reisen vorgestellt: Die „Bündelung“ mehrerer Partnerstädte im Vereinigten Königreich, um gemeinsam Reisen zu organisieren und so Synergien zu nutzen. Dies erleichtert die Koordination und kann Kosten senken.
Für Jugendgruppen wurden verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten diskutiert, die eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Austauschprogrammen spielen.
Vereine & Zielgruppen
Die kreative Ideenfindung für zukünftige Vereinsaktivitäten stand im Fokus, meist auch mit dem Ziel, die Städtepartnerschaft zeitgemäß zu gestalten und dabei auch jüngere Teilnehmende und Engagierte zu gewinnen. Gerade zu diesem Thema ist das Interesse am heutigen Engagementverhalten junger Menschen groß. Verwiesen sei daher auf eine Veranstaltung der Netzwerkstelle aus dem Jahr 2022 mit Wibke Riekmann, Professorin für Theorie und Praxis in der Sozialpädagogik an der Medical School Hamburg zum Thema Partizipation von Jugendlichen heute:
Bezüglich Vernetzungsaktivitäten berichtete ein Teilnehmer von regelmäßigen Treffen aller Vereine in einem Kreisgebiet, die als Kaffeekränzchen organisiert sind, um den Austausch auf persönlicher Ebene zu stärken.
Auch die Bedeutung wissenschaftlicher Begleitung von Partnerschaftsprojekten, etwa über entsprechende Studiengänge an heimischen Universitäten oder Hochschulen wurde angesprochen.
Die Nutzung von Social Media wurde als zunehmend wichtiger Kommunikationskanal hervorgehoben, insbesondere Facebook für ältere und Instagram für jüngere Zielgruppen.
Ein wichtiges Projekt kann das Engagement von Vereinen bei der Vermittlung von Praktika, aber auch von Ferienjobs, Au-Pair-Stellen oder Langzeitaufenthalten im Ausland für junge Menschen sein. So nennt etwa die Stadt Bad Salzuflen auf ihrer Website entsprechende Angebote ihrer Partnerschaftskomitees, samt Kontakt zu den Ansprechpersonen.
Während die Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalt für Studierende, insbesondere über das Programm Erasmus+ (via den DAAD) in der Öffentlichkeit recht gut bekannt sind, stellt sich dies für Auszubildende anders dar. Eine Veranstaltung zum Thema „Städtepartnerschaften als Sprungbrett ins Ausland für Auszubildende“, die die Netzwerkstelle 2025 organisiert hatte, sollte hier erste Abhilfe schaffen. Auch für Auszubildende kann die Organisation und Finanzierung eines Auslandsaufenthalts über das EU-Programm Erasmus+ erfolgen. Eine Anlaufstelle dafür ist die Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NaBibb).
Jubiläen
Ein weiteres Thema war die Gestaltung von Partnerschaftsjubiläen. So wurde etwas das Beispiel einer begleitenden Dokumentation zum 75-jährigen Jubiläum einer langjährigen Städtepartnerschaft besprochen und die Herausforderung diskutiert, historische Ereignisse anschaulich und für verschiedene Zielgruppen zugänglich aufzubereiten.
KI & Digitalisierung
Ein Verein berichtete von seinem Wunsch, bei Reisen künftig den teilweise betagten Teilnehmenden den Komfort einer Gästeführungsanlage bieten zu können, die mit Kopfhörern und Übersetzungsfunktionen ausgestattet ist. Diese Anlage ermöglicht es, Führungen mit simultaner Übersetzung anzubieten, was auch bei internationalen Reisemitgliedern sehr geschätzt wird. Gern möchte der Verein weitere Interessierte Gruppen an den Vorteilen der Gästeführungsanlage teilhaben lassen. Es ist daher geplant, nach den ersten eigenen Erfahrungen ein Leihsystem zu entwickeln, um die Anlage zu einer erschwinglichen Leihgebühr anderen Vereine zur Verfügung zu stellen.
Eine weitere Diskussion entspann sich über die Nutzung von KI für Übersetzungen und Dolmetschbedarfen, etwa bei Simultanübersetzung, sei es bei Online-Meetings, der Vorführung von Präsentationsfolien, oder auch der Nutzung einer eingangs erwähnten Gästeführungsanlage. Auch über die Nutzung von KI zur Generierung von Bildern wurde sich ausgetauscht.
Bezüglich der Nutzung und Gestaltung von Websites für die Vereine gibt es unterschiedliche Lösungen – etwa eigene Websites der Vereine, oder auch die Zurverfügungstellung von Unterseiten auf der Website der jeweiligen Kommune. Mehrere Vereine teilten im Anschluss die Adresse ihrer Website mit, um einander Inspiration zu ermöglichen:
- Partnerschaft Coesfeld-De Bilt e.V.: www.coesfeld-debilt.de
- Deutsch-Finnische Gesellschaft, Landesverein Westfalen-Lippe.e.V.: https://www.dfg-westfalen-lippe.de/
- Städtepartnerschaftskomitee Herzogenrath e.V.: www.staedtepartnerschaft-herzogenrath.de
- Deutsch-Französische Gesellschaft Lüdinghausen e.V.: www.dfg-luedinghausen.de
- Freundschaftsverein Viersen-Lambersart e.V.: https://fvl-viersen.de/
(Kostenlose) Weiterbildung in vielen Bereichen, die für Vereine interessant sein können, darunter auch zur Nutzung von KI, zu Kommunikation und Vereinsmanagement, gibt es z.B. bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) sowie der Westfalen-Akademie.
So gibt es im DSEE Lernportal etwa ein kostenloses Video mit dem Titel: „Zuhause im Internet – Websites einfach umsetzen“.
Länder
Besondere Fragen gab es diesmal zu China sowie zum Vereinigten Königreich. Zum Vereinigten Königreich sei auf das aktuelle Projekt zu NRW-britischen Städtepartnerschaften verwiesen, dessen Auftakt-Veranstaltung am 25. Februar 2026 stattfand.
Zwei Studien zu deutsch-chinesischen Städtepartnerschaften:
- Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen: https://www.uni-due.de/imperia/md/content/in-east/about/publications_green_series/paper133-2022.pdf
- Friedrich-Ebert-Stiftung: https://www.fes.de/studie-kommunen-kernstueck-deutscher-china-politik
Links zu Fördermitteln mit China-Bezug:
- Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.
https://www.bkj.de/meldung/china-vor-ort-neue-foerderlinie-fuer-ausserschulische-lernorte
- Verbindungsbüro Peking der Stiftung Mercator:
https://www.stiftung-mercator.de/de/wer-wir-sind/organisation/team
- Goethe-Institut, Reisekostenförderung für die Musikszene:
https://www.goethe.de/de/uun/auf/mus/nach.html
- Deutsches Musik-Informationszentrum, Abfrage nach China:
https://miz.org/de/suche?term=china
Der Abend bot vielfältige Impulse und zeigte, wie lebendig und vielfältig die Arbeit in den Partnerschaftsvereinen ist. Die Teilnehmenden gingen mit neuen Kontakten, praktischen Tipps zu Fördermöglichkeiten und frischen Ideen für die Vereinsarbeit nach Hause.
Kontaktliste der Vereine
Erneut wurde bei der Diskussion der Wunsch nach einer gemeinsamen Kontaktliste geäußert, damit sich die Vereine untereinander leichter kontaktieren könnten.
Gerne stellen wir hier einen Link zur Verfügung, über den Sie uns Ihren Verein und Ihre Kontaktdaten nennen können. Wir sammeln alle Kontakte in einer gemeinsamen Liste, die wir nur den dort genannten Personen im Anschluss zukommen lassen. Wir hoffen, mit diesem Angebot eine gute Lösung für die Vernetzungs- und Austauschwünsche der Partnerschaftsvereine zu schaffen.
Terminankündigungen
NRW-britische Städtepartnerschaften | Fördermittel, Schul- und Jugendaustausch
Mittwoch, 25. März 2026 | 11-13 Uhr
Einladung und Anmeldung
NRW-britische Städtepartnerschaften | Erasmus+, Hochschul- und Berufsbildung
Donnerstag, 16. April 2026 | 11-13 Uhr
Einladung folgt – auch auf der Website
NRW-britische Städtepartnerschaften | Brücken zwischen Städtepartnerschaften und der Unternehmenswelt
Donnerstag, 7. Mai 2026 | 11-13 Uhr
Einladung folgt – auch auf der Website
23. Forum Städtepartnerschaften NRW für Kommunen | Online
24. Forum Städtepartnerschaften NRW für Städtepartnerschaftsvereine | Online
Dienstag 28. April 2026 | 11-13 Uhr
Einladung folgt
Mittwoch 27. Mai 2026 | 18-20 Uhr
Einladung folgt
Städtepartnerschaftsgipfel
„NRW meets UK: 80 Jahre Freundschaft“
Landtag NRW, Düsseldorf
Montag, 29. Juni 2026 | 10-16 Uhr
Einladung folgt – auch auf der Website
Berichte zurückliegender Veranstaltungen „Forum Städtepartnerschaften NRW“ zum Nachlesen finden Sie im
–> Archiv Online Veranstaltungen Forum Städtepartnerschaften NRW
