– Veranstaltungsbericht –




Projekt im Rahmen der Landesinitiative Europa-Schecks
Konferenz: „Städtepartnerschaften: Sprungbrett ins Ausland für Azubis?“
Donnerstag, 10. Juli 2025 | 10-16 Uhr | Dortmund



Städtepartnerschaften sind den meisten Menschen bekannt von den Schildern der Partnerschaften am Ortseingang und als Organisatoren von Jugend-, Sprach- und Kulturaustausch. Weniger bekannt ist, dass ihre breit aufgestellten, vielfach langjährigen und belastbaren Kontakte in die Partnerstädte im europäischen und außereuropäischen Ausland auch genutzt werden könnten, um in Auszubildenden-Austauschen zwischen Unternehmen und Berufskollegs in den Partnerstädten jungen Menschen internationale Erfahrung zu vermitteln und unseren Fachkräften von morgen so neue Horizonte zu eröffnen.
Kurzfilm zur Konferenz
Die bereits bestehenden „best practice“ Beispiele solcher Austausche mehr ins Rampenlicht zu stellen und zu eruieren, wie man die Schnittmengen und Synergien zwischen Auslandsaufenthalten für Auszubildende, Schulpartnerschaften und Städtepartnerschaften vergrößern könnte – dazu sollten bei einer Fachkonferenz verschiedene Akteure miteinander in den Austausch kommen können. Gefördert wurde die Veranstaltung im Rahmen der Landesinitiative Europa-Schecks.
Zielgruppe Veranstaltung waren insbesondere kommunale Städtepartnerschaftsbeauftragte und Ausbildungsverantwortliche in den städtischen Betrieben, sowie Mobilitätsberater*innen in Handels- und Handwerkskammern, Ausbildungsverantwortliche in den Betrieben sowie für Mobilitätsprogramme zuständige Lehrkräfte in den Berufskollegs.
Mit einem Grußwort eröffnete Barbara Stern aus dem Referat „Europafähigkeit, Regionen und Kommunen in Europa“ der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen die Veranstaltung und brachte weitere Grußworte und Botschaften aus den Ministerien für Arbeit, Wirtschaft und Schule mit. Mobilität, auch und insbesondere von Auszubildenden, sei dem Land ein wichtiges Anliegen.
Das Arbeitsministerium fördert durch unterschiedliche Programme die internationale Mobilität, etwa durch das Programm „nrw:exchange – Dein UK-Stipendium für Auszubildende“, bei der Konferenz vertreten durch die Landesgewerbeförderungsstelle des nordrheinwestfälischen Handwerks.
Und im Wirtschaftsministerium arbeitet man an der Stärkung der berufliche Bildung als Schlüssel zur Bewältigung des Fachkräftemangels und der Transformation, wobei Auslandsaufenthalte von Auszubildenden als Qualifizierung sehr wertvoll sind. Der internationale Austausch unter Auszubildenden steigert die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Von großem Wert sind zudem die Lerneffekte im sprachlichen und interkulturellen Bereich, vor allem aber auch für die persönliche Entwicklung.
Gleich mehrere Projekte fördert auch das Europaministerium. So erinnerte Barbara Stern daran, dass bei der Landesinitiative Europa-Schecks besonders gern Vorhaben gefördert werden, die neben einem Europabezug auch dem Fachkräftemange begegnen und nannte konkrete Projekte von Berufskollegs und Handwerkskammern, etwa in Düsseldorf und Dortmund.
Ein weiterer Wettbewerb auf Landesebene, bei welchem gezielt Auszubildende zwischen 18 und 27 Jahren aus Nordrhein-Westfalen angesprochen werden, ist #AzubiGoEU. Mit ein wenig Europawissen und etwas Glück lässt sich so eines von 500 Interrailtickets gewinnen, mit dem man bis zu einen Monat durch Europa reisen kann. Die nächste Bewerbungsphase ist für das Frühjahr 2026 geplant.
Seit 2019 gibt es mit Europa – Erleben und Lernen eine weitere Möglichkeit für junge Auszubildende, Europa sowie Europapolitik kennenzulernen. Dank der gemeinsamen Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Jugendparlaments in Deutschland e.V. können die Auszubildenden an einem dreiwöchigen Arbeitsaufenthalt bei einem Tochter- oder Partnerunternehmen im europäischen Ausland teilnehmen. Anschließend schlüpfen die jungen Leute beim dreitägigen Azubiforum des Europäischen Jugendparlaments in die Rolle von EU-Parlamentarier*innen und beschäftigen sich mit aktuellen europapolitischen Themenstellungen, z.B. Zukunft der Arbeitswelt, Auswirkungen der Digitalisierung, Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen oder die Bedeutung von Arbeitnehmerfreizügigkeit für Auszubildende. All den genannten Akteuren – Landesministerien, Lehrkräften, Kommunen und Kammern ist es ein gemeinsames Anliegen, unseren Nachwuchs mobil zu machen und dabei können Städtepartnerschaften einen wertvollen Beitrag leisten.
Auch Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft, hieß alle Teilnehmenden herzlich willkommen und stellte zunächst die Auslandsgesellschaft vor, erwachsen aus den Schrecken und der Zerstörung des Zweiten Weltkriegs, als ehemalige Feinde Deutschland 1949 wieder die Hand reichten. Ziel der Auslandsgesellschaft seit damals, und bis heute Satzungszweck, ist daher die Förderung der Völkerverständigung im Geiste von Humanität und Toleranz. Dabei baut die Auslandsgesellschaft auf drei Säulen auf – dem Sprachenschule mit einem vielfältigen Angebot aus Fremdsprachen, Deutsch- und Integrationskursen, der Brücken über Sprachbarrieren schlägt; den Länderkreisen, die über ihre Tätigkeit kulturelle Brücken schlagen und vielfach entlang der Städtepartnerschaften der Stadt Dortmund engagiert sind, und dem Institut für politischen Bildung, welches thematische Schwerpunkte setzt zu den Themen Europa, internationale Politik, Zuwanderung und Integration, Demokratie und Erinnerung. Das Institut macht vielfältige Angebote zum Internationalen Austausch, führt Studienseminare und Gedenkstättenfahrten durch, und trägt zudem das Europe Direct Dortmund, Eurodesk und die Netzwerkstelle Städtepartnerschaften. So ist die Auslandsgesellschaft bereits seit vielen Jahren in Städtepartnerschaften selbst aktiv, und organisiert z.B. seit vielen Jahren ein erfolgreiches Jugend-Austauschprogramm mit der US-amerikanischen Partnerstadt Dortmunds, Buffalo, und seit 2015 den „Tag der Städtepartnerschaften“ als festen Treffpunkt der Städtepartnerschaftswelt in NRW mit Teilnehmenden aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Politik. Aus einem Workshop beim letzten „Tag der Städtepartnerschaften“ 2024 entwickelte sich eine Initiative, um neue Projekte anzustoßen zum Austausch von Auszubildenden aus Unternehmen und Handwerksbetrieben aus NRW und den USA. Die AHK USA-Chicago etwa organisiert seit Anfang 2025 ein Projekt zur Vernetzung von deutschen Berufsschulen mit Community Colleges in den USA. Wegener rief dazu auf, gerade in den aktuell herausfordernden Zeiten internationale Beziehungen auf allen Ebenen aufrecht zu erhalten und an Mitteln und Wegen zu arbeiten, weiterhin Austausch zu ermöglichen.
In die konkrete Thematik der Veranstaltung führte Staatsminister a.D. Wolfram Kuschke ein. Als Kuratoriumsvorsitzender der Auslandsgesellschaft.de e.V. und ehrenamtlicher Leiter der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften arbeitet Kuschke bereits seit vielen Jahren zu Städtepartnerschaften. Ausgangspunkt war die Frage nach der europäischen Zivilgesellschaft und der Rolle, die Städtepartnerschaften dabei einnehmen. Kuschke stelle die Arbeit des Kompetenzteam Städtepartnerschaften und Europäische Zivilgesellschaft vor, einer Gruppe von Wissenschaftlern aus verschiedenen Universitäten NRWs, die sich mit Praktikern zusammentaten, um gemeinsam zu Städtepartnerschaften zu forschen und seit 2009 Bestandsaufnahmen der Städtepartnerschaftslandschaft in NRW publizierten sowie Handreichungen und Informationen zu Schlüsselthemen wie Migration und europapolitischer Bildung innerhalb von Städtepartnerschaften. Aus dieser Arbeit entwickelte sich das Konzept einer Anlaufstelle zu Städtepartnerschaften für alle interessierten Kommunen und Vereine in NRW: die Netzwerkstelle Städtepartnerschaften.
Vor dem Hintergrund mangelnden Nachwuchses in Städtepartnerschaftsvereinen sowie eines Fachkräftemangels in der Wirtschaft und einer immer noch geringeren internationalen Mobilität von Auszubildenden im gegensatz zu Studierenden, ginge es um drei miteinander verbundene Fragen:
- Wie können Auszubildende ermutigt werden, sich für die Städtepartnerschaften ihrer Kommune zu engagieren?
- Wie können Städtepartnerschaften dazu beitragen, Auslandsaufenthalte für Auszubildende zu ermöglichen?
- Wie kann dieses Angebot von Städtepartnerschaften besser sichtbar gemacht werden? Wie kann es verbessert werden?
So seien die anwesenden Akteure aus kommunalen Verwaltungen, Berufskollegs, Ausbildungsbetrieben und Kammerorganisationen wie IHK und HWK eingeladen, einander ihre jeweiligen Aktivitäten und Programme vorzustellen und in den Austausch dazu zu kommen, inwiefern existierende Städtepartnerschaften und deren Netzwerke nutzbar gemacht werden könnten, Auszubildendenaufenthalte im Ausland zu erleichtern. Wie können Städtepartnerschaften noch mehr als bisher als Ermöglichungsräume für den künftigen Nachwuchs genutzt werden?
–> Präsentation der Auslandsgesellschaft
Der erste Beitrag kam als Videobotschaft von Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, und gleichzeitig auch Mitglied des Vorstands der Auslandsgesellschaft. Sie sprach aus der Perspektive einer Arbeitsmarktbehörde, und insbesondere aus den praktischen Erfahrungen der Berufsberatung im Jugendberufshaus Dortmund. Sie erläuterte, dass Auslandsaufenthalte vielfach vor allem im Fokus junger Menschen mit Abitur stünden. Auszubildende dagegen, insbesondere Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss oder Hauptschulabschluss, nähmen solche Möglichkeiten seltener wahr. Häufig fehle es ihnen an Informationen, an Selbstvertrauen oder einfach an konkreten Anknüpfungspunkten. Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten und Programme wie Erasmus+, JUVENTUS oder Projekte wie Südwärts von GrünBau. Ein Auslandsaufenthalt während einer Ausbildung könne, so Bettermann ein echtes Sprungbrett sein, nicht nur für die fachliche, sondern auch für die persönliche Entwicklung, und sei im Entscheidungsprozess der Berufswahl sicherlich ein weiteres starkes Argument für eine duale Berufsausbildung. Die wohl wichtigsten Anreize für einen Auslandsaufenthalt in der Ausbildung seien das Erwerben internationaler beruflicher Kompetenzen, das Kennenlernen der Menschen und Kultur des Landes, sowie die Erweiterung der Sprachkenntnisse. Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Anpassungsfähigkeit und interkulturelles Verständnis gewännen dadurch enorm an Bedeutung. Aber nicht nur das, auch die Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt würde durch einen Aufenthalt im Ausland gesteigert. Insgesamt zeigten zahlreiche junge Menschen Interesse an einem Auslandsaufenthalt im Rahmen ihrer Ausbildung oder ihres Studiums, so Bettermann. Jedoch bliebe die tatsächliche Teilnahme vergleichsweise gering. Als mögliche Hemmnisse nannte Bettermann finanzielle Belastung, organisatorischer Aufwand sowie fehlende Unterstützung seitens der Ausbildungsbetriebe. Hier gelte es, den jungen Menschen die Ängste zu nehmen, sie zu ermutigen und sie zu unterstützen – und das insbesondere auch von Seiten der Ausbildungsbetriebe. Dazu müssten diese auch gut über die konkreten Möglichkeiten informiert sein. Städtepartnerschaften könnten dazu eine verlässliche Struktur anbieten, sowie persönliche Kontakte und kulturelle Brücken. Sie können ein Schlüssel sein, um internationale Mobilität im Rahmen der Ausbildung zu erleichtern. Gleichzeitig seien aber neben diesen Netzwerken auch qualifizierte Beratungsstellen wichtig, wie sie etwa die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern installiert haben.
–> Videogrußbotschaft Heike Bettermann
Die Kammerperspektive wurde direkt im Anschluss von Svenja Höhfeld präsentiert, die Mobilitätsberaterin im Netzwerk „Berufsbildung ohne Grenzen“ der Handwerkskammer in Dortmund sowie der IHK Dortmund ist. In dieser Funktion berät Svenja Höhfeld Auszubildende, Fachkräfte und Betriebe zu Auslandsaufenthalten und Praktika im Rahmen der beruflichen Bildung. Die Palette reicht dabei von der individuellen Beratung zu den Möglichkeiten von Auslandsaufenthalten während oder nach der Ausbildung, über die Bereitstellung von Informationen zu Fördermöglichkeiten, Visabestimmungen, Sprachkursen und anderen relevanten Themen bis hin zur Unterstützung bei der Organisation von Auslandsaufenthalten, einschließlich der Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen und Unterkünften, sowie der Koordination mit den beteiligten Partnern im In- und Ausland. Ein Auslandsaufenthalt ist in Europa und hinaus weltweit möglich. Fördermöglichkeiten gibt es etwa über das EU-Programm ERASMUS+ oder AusbildungWeltweit. Höhfeld erläuterte die Voraussetzungen und Möglichkeiten einer solchen Mobilität und sprach auch von den Herausforderungen, die von den jungen Auszubildenden überwunden werden müssen. So müssten nicht nur die Auszubildenden von den Vorteilen einer Auslandsmobilität überzeugt werden, sondern insbesondere die Ausbilder*innen selbst in den Betrieben. Was würde sich dafür besser eignen, als selbst Auslandserfahrung zu sammeln: so organisierte Höhfeld kurzerhand für Ausbilder*innen aus dem Kfz-Handwerk und Berufsschullehrkräfte eine mehrtägige Bildungsreise nach Málaga, um das spanische Ausbildungssystem in diesem Bereich kennenzulernen. Gefördert übrigens von der Landesinitiative Europa-Schecks. Die Zusammenarbeit aller Mobilitätsberater*innen der Kammern aus ganz Deutschland im Netzwerk „Berufsbildung ohne Grenzen“ ermöglicht, es, auf zahlreiche Partner und Referenzen zugreifen zu können. Dennoch fehlt es in vielen Fällen an konkreten Kontakten im Ausland, um Mobiltäten durchführen zu können – hier könnten die Kontakte der kommunalen Städtepartnerschaftsbeauftragten wichtige Türen öffnen, und das nicht nur zu den eigenen Partnerstädten im Ausland.

Von Carrie-Ann Lawrence, Europareferentin, Internationale Beziehungen, Stadt Dortmund, folgte die Perspektive einer Kommune. Ihr umfassender Vortrag machte an vielen Beispielen deutlich, dass Kommunen eine kaum zu überschätzende Schlüsselrolle spielen bei der „Internationalisierung“ ihrer Angestellten, Nachwuchskräfte, ihrer Bevölkerung insgesamt und auch ihrer Unternehmen. So sprach Lawrence zuerst von den Gründen, aus denen Kommunen überhaupt international aktiv werden: Städte stehen weltweit vor gleichen oder ähnlichen Herausforderungen – da können internationale Partnerschaften neue Lösungsansätze bieten, gemeinsam lässt sich mehr bewegen und auch die Stadt gewinnt durch ihre internationalen Projekte an Sichtbarkeit und Profil. Lawrence stellte nicht nur die 11 Städtepartnerschaften der Stadt Dortmund vor, von denen jede einzelne Zeugnis ablegt von politischen, wirtschaftlichen, strategischen Erwägungen, die sich die Stadt dazu intensiv im Vorfeld gemacht hat, sondern auch die weitere große Palette internationalen Engagements. Dazu zählen etwa internationale Netzwerke und Organisationen, Delegationsreisen, Projekt- und Klimapartnerschaften und interne Koordinierungsstellen, aber auch Kommunale Entwicklungspolitik, Bildung für Nachhaltige Entwicklung und alles, was zum großen Themenkomplex der Nachhaltigkeit zählt. Vernetzung, Information, Kommunikation innerhalb der Verwaltung wie auch der Bevölkerung etwa durch die Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements spielen eine große Rolle. Vor diesem Hintergrund ist es zentral, dass auch die Verwaltung selbst lernt, international zu denken. Interkulturelle und internationale Kompetenzen sind damit Schlüsselqualifikationen im öffentlichen Dienst, ein Austausch über Landesgrenzen hinweg schafft neue Perspektiven und innovative Ideen. Das Team Internationales hat so für die eigenen Auszubildenden ein Europaseminar namens „Fit für Europa“ entwickelt und unterstützt Vorhaben in und mit den Partnerstädten durch Praktikums- oder Kontaktvermittlung, Unterstützung bei der Suche nach Unterkünften sowie finanzielle Förderung. Die Herausforderungen dabei seien neben der Sprachbarriere vor allem der Umstand, dass nicht jede Partnerstadt strukturell ähnlich aufgestellt ist wie Dortmund, aber auch die zeitliche Einbindung der internationalen Mobilität in die Ausbildung sei nicht immer leicht zu bewerkstelligen.
–> Präsentation Stadt Dortmund
Schließlich erfolgte durch Andrea Stein, Geschäftsführerin der EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung der Bezirksregierung Arnsberg, die Darstellung der Perspektive von schulischer Seite. Dazu verortete sie die EU-Geschäftsstelle zunächst einmal im Institutionengefüge des Landes. So sind die fünf EU-Geschäftsstellen Wirtschaft und Berufsbildung in Nordrhein-Westfalen seit ihrer Gründung 1999/2000 den Bezirksregierungen zugeordnet. Im Regierungsbezirk Arnsberg besteht die EU-Geschäftsstelle im Dezernat Berufsbildung aus besteht aus einem Leitungsteam sowie abgeordneten Lehrkräften. Gemeinsam entwickeln sie Maßnahmen zur Förderung der europäischen und internationalen Dimension in der beruflichen Bildung. Sie setzen Projekte im Auftrag des Ministeriums und der Schulabteilung um und unterstützen die 49 staatlichen Berufskollegs im Bezirk bei der strategischen Ausrichtung ihrer Internationalisierungsprozesse.
Ein wichtiger Meilenstein, so Andrea Stein, war die flächendeckende Benennung von EU-Koordinierenden an den Berufskollegs im Jahr 2017. Damit begann ein strategischer Entwicklungsprozess zur Internationalisierung der einzelnen Schulen. Schritt für Schritt wurden internationale Projekte fester Bestandteil des Schulalltags. Drei Zahlen verdeutlichen die Entwicklung:
- Die Zahl der geförderten internationalen Lehrkräftemobilitäten stieg von 137 (Schuljahr 2021/22) auf 545 (Schuljahr 2024/25).
- 45 Berufskollegs im Regierungsbezirk Arnsberg sind derzeit Erasmus+-akkreditiert.
- Im Jahr 2024 wurden allein im Regierungsbezirk über 5 Millionen Euro Erasmus+-Fördermittel umgesetzt.
Mit zwei Praxisbeispielen verdeutlichte Andrea Stein ihren Vortrag.
So wird durch das Projekt „Patent im Handwerk – Friseurhandwerk international und digital“ die Attraktivität der Ausbildung im Friseurhandwerk gesteigert, indem regionale und internationale Netzwerke aufgebaut wurden – zunächst eine Kooperation von Berufskollegs, Handwerkskammern und Beratungsstellen wie „Berufsbildung ohne Grenzen“, dann Partnerschaften mit französischen Berufsbildungseinrichtungen (Centres de Formation Professionnelle) und dem bilateralen Austauschprogramm ProTandem. Diese Kooperationen ermöglichen regelmäßige berufliche Praktika für Auszubildende. Im Erasmus+-Projekt „HAGGI – Hairdressing goes digital“ stehen digitale Lernformate mit VR- und AR-Technologien für das Friseurhandwerk im Fokus.
Das Projekt „Berufe rund ums Rad – Mobilität trifft Nachhaltigkeit“ richtet sich an Jugendliche mit Begeisterung für das Fahrradfahren. Dazu gehört auch: sein Rad selbst zu reparieren, Fotos für Insta und Co. zu erstellen, Gesundheitsdaten über die Fitnessuhr auszuwerten. Ziel ist es, diesen Jugendlichen in Kooperation mit ausländischen Partnern Ausbildungsberufe in diesem Bereich bekannter zu machen und gleichzeitig die EU-Nachhaltigkeitsstrategie (Green Mobility) zu unterstützen – praxisnah, zukunftsorientiert und europäisch vernetzt.
Besonders spannend: auch Städte- und Regionalpartnerschaften werden dabei mitgedacht. So wurde das Projekt „Berufe rund ums Rad“ erst Anfang Juli 2025 auf der Route NN – Tagung in Amiens, Partnerstadt von Dortmund, vorgestellt. Die Initiative „Route NN“ wurde bereits 2015 mit dem Ziel gegründet, jungen Menschen aus den Partnerregionen Nordrhein-Westfalen und der Region Hauts-de-France die Möglichkeit zu geben, an einem deutsch-französischen Austausch teilzunehmen. Jährlich findet eine Fachtagung zur Förderung der interkulturellen Begegnungen zwischen der Region Hauts-de-France und Nordrhein-Westfalen statt. Die Regionalpartnerschaft zwischen NRW und Hauts-de-France wurde erst im vergangenen Herbst mit einer Netzwerkveranstaltung zum zehnjährigen Jubiläum gefeiert, bei der die rund neunzig Städtepartnerschaften, die beide Regionen miteinander verbinden, eingeladen waren. Bei dieser Gelegenheit hatte sich François Decoster, Vizepräsident des Regionalrats der Region Hauts-de-France, energisch für die Verbesserung der Mobilität insbesondere junger Auszubildender zwischen beiden Regionen ausgesprochen. Der Schlüssel zur Fachkräftesicherung liege in Projekten wie den genannten, so Andrea Stein – wichtig sei dazu jedoch eine zeitgemäße räumliche und digitale Ausstattung, gezielte Informationskampagnen zur Imageförderung, sowie eine stärkere gesellschaftliche Wertschätzung beruflicher Bildungswege. Für ihren eigenen Nachwuchs hat die Bezirksregierung ab 2021 berufliche Praktika im EU-Ausland in ihr Portfolio aufgenommen. Dafür wurde „BRA goes Europe“ auf die Beine gestellt, eine Kooperation der Bezirksregierung Arnsberg (Ausbildungsbereich und EU-Geschäftsstelle) mit dem Berufskolleg Meschede und dem International Formation Center in Madrid (Spanien). Im Rahmen dieser Kooperation fördert die Bezirksregierung europäische und internationale Praktika für Auszubildende aus den Bereichen Fachinformatik, Geomatik, Mediengestaltung, Vermessungstechnik sowie Verwaltungsfachangestellte und Verwaltungswirt*innen. Genutzt werden dabei die beiden Zertifikate „Internationales Berufliche Mobilität“ und den „Europass Mobilität“ (weitere Information dazu in der Publikation „ERASMUS+: ein echter Gewinn für den Regierungsbezirk. Working paper aus der Bezirksregierung Arnsberg.“)
Viele Unternehmen sind international aufgestellt. Würden diese Unternehmen ihren Auszubildenden gezielt Praktika in europäischen Niederlassungen ermöglichen, ließe sich die internationale Handlungskompetenz junger Fachkräfte systematisch stärken. In den Niederlanden (ROC) und Frankreich (Centres de Formation) sind sogenannte International Offices etabliert – zentrale Anlaufstellen für alle Fragen der Internationalisierung. Ein vergleichbares Modell, so der Appell von Andrea Stein, könnte auch in NRW Impulse setzen: Ein dreijähriges Pilotprojekt zur Erprobung regionaler International Offices in der beruflichen Bildung wäre ein innovativer Schritt, um die europäische Zusammenarbeit strukturell zu verankern.
Der Nachmittag war der Vorstellung konkreter best pratice Beispiele gewidmet, bei dem eifrig diskutiert und Rückfragen gestellt wurden.
Hier machte Carrie-Ann Lawrence von der Stadt Dortmund den Auftakt mit der Vorstellung des bereits am Vormittag erwähnten Seminars für Auszubildende zur Stärkung der Europafähigkeit. Das kostenfreie fünftägige Seminar enthält einen Theorie- und einen Praxisteil, es wurde vom Team Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund entwickelt und erstmals 2024 als Pilotprojekt umgesetzt. Das Programm sieht unter anderem ein virtuelles Rollenspiel vor sowie eine Reise nach Brüssel zu den Europäischen Institutionen.
Das Stadtverwaltungsziel „Dortmund zieht an“ (Handlungsfeld „Internationalität“) sieht vor, Dortmund als europäische Stadt zu stärken und die Europafähigkeit der Verwaltung grundsätzlich zu fördern. Dazu gehört, das Verständnis für europäische Strukturen und Prozesse zu fördern, die Interessenvertretung
bei kommunalrelevanten europäischen Gesetzgebungsprozessen, den Informationsfluss über relevante europäische Vorhaben und Programme sicherzustellen, das Wissen über Beteiligungsmöglichkeiten in internationalen Netzwerken und Projekte zu steigern. Städtische Auszubildenden sind eine ideale Zielgruppe, da sie sich mit diesen Kompetenzen langfristig in die Arbeit der Verwaltung einbringen können. Da das bisherige Feedback durchweg positiv war, soll das Programm ab 2025 verstetigt werden – dabei wird auch der Wunsch bisheriger Teilnehmer aufgegriffen, den Praxisanteil zu verlängern.
Dr. Kai Pfundheller warb in diesem Zusammenhang für eine Europafahrt für die Auszubildenden, die das Institut für politische Bildung der Auslandsgesellschaft organisieren kann.
–> Präsentation Stadt Dortmund: Best Practice Fit für Europa
–> Programm Europaseminar in Brüssel | 23.-25.07.2025 Auszubildende Stadt Dortmund
–> Programm Europaseminar in Brüssel allgemein
Ein weiterer Beitrag kam von Gülbahar Okutucu, Koordinatorin Auslandsstipendien in der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH). Okutucu ist zuständig für die operative Abwicklung von Stipendienprogrammen. Dabei handelt es sich insbesondere um Förderung im Rahmen von Erasmus+. Unter diesem Dach läuft z.B. auch das Einzelstipendium „let`s go“. Besonders erwähnenswert ist allerdings das Landesprogramm nrw:exchange, das vom Land NRW initiiert wurde und sich speziell an junge Menschen richtet, die einen Praxisaufenthalt im Vereinigten Königreich wahrnehmen möchten. Hier tritt das Land in die Lücke, die durch den Brexit bei der Finanzierung solcher Mobilitäten in Richtung Vereinigtes Königreich gerissen wurde. Gerade nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union und dem damit verbundenen Ausstieg aus dem Erasmus+ Programm ist es der Landesregierung ein wichtiges Anliegen, Jugendaustausch-Maßnahmen zwischen Nordrhein-Westfalen und dem Vereinigten Königreich zu fördern und es jungen Menschen weiterhin zu ermöglichen, Austauscherfahrungen im Vereinigten Königreich zu sammeln. Hierfür stellt das Land im Rahmen von nrw:exchange Stipendien für Schüler*innen Auszubildende und Studierende bereit. Während die Förderung über Erasmus+ aufgrund der großen Bekanntheit des Programms prinzipiell gut läuft, ist, so Okutucu, ein wunder Punkt oft das Finden von Gastbetrieben für die mobilitätswilligen jungen Menschen. Hier könnten Städtepartnerschaften, insbesondere die mit dem Vereinigten Königreich, wertvolle Kontakte liefern. Insgesamt 112 Partnerschaften mit dem Vereinigten Königreich gibt es in Nordrhein-Westfalen, damit hat fast jede dritte Kommune enge Beziehungen dorthin – es sind die zweitmeisten Partnerschaften nach denen mit Frankreich. Okutucu sieht beim Landesprogramm nrw:exchange die Chance, sich über Städtepartnerschaften gezielt an potentielle Gastbetriebe in UK wenden und dort von einem bestehenden Netzwerk profitieren zu können.

Mit dem Vortrag von Laura Broß, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung“ in der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) ging es schließlich – neben einer kurzen Vorstellung des bereits häufig erwähnten Erasmus+-Programms der EU und der verschiedenen Zugänge dazu – in die spannenden Zahlen zur beruflichen Mobilität in Europa. Die NA beim BIBB ist die nationale Agentur für das Erasmus+-Programm in der Berufsbildung und setzt dieses im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) um. Sie unterstützt Auszubildende bei Auslandsaufenthalten im Rahmen von Erasmus+ und dem Programm „AusbildungWeltweit“. Dabei fördert sie sowohl Auslandsaufenthalte von Auszubildenden als auch von Ausbildern und kann bei der Organisation und Finanzierung von Projekten unterstützen. Obwohl die berufliche Mobilität in den letzten Jahren – auch dank Erasmus+ – gestiegen ist, gibt es noch einiges ungenutztes Potential, so Laura Broß. Dabei stützt sie sich auf die Ergebnisse einer Mobilitätsstudie von 2017 zu Auslandsaufenthalten in der Berufsausbildung. Angesichts der Internationalität der deutschen Wirtschaft und im Hinblick auf die Attraktivität der Berufsbildung hatte der Deutsche Bundestag im Jahr 2013 eine nationale Zielmarke für Auslandsaufenthalte in der Berufsausbildung definiert: Bis zum Jahr 2020 sollten mindestens 10 Prozent der Auszubildenden bei Abschluss ihrer Ausbildung einen Auslandsaufenthalt realisiert haben. (Die EU-Zielmarke, zum Vergleich, lag damals bei 12 %.) Die Studie erfasste den Stand drei Jahre vor dem Ende des definierten Zeitraumes und zeigte einen Anstieg der Auslandsmobilität im Vergleich zu früheren Erhebungen.
Von den durchgeführten Mobilitäten (Mobilitätsquote 5,3%) war fast jede zweite von Erasmus+ gefördert worden (48,6%). Die Studie untersuchte ferner, welche Motivationen und Rahmenbedingungen zu Auslandsaufenthalten führen und welche Kompetenzen die Teilnehmenden dabei erwerben, sie identifizierte, welche Unterstützung sowohl Auszubildende als auch Betriebe und Schulen benötigen, um die Teilnahme an Auslandsaufenthalten zu erleichtern, und zeigte, dass Auslandsaufenthalte die berufliche Kompetenzentwicklung fördern, zur Selbstreflexion beitragen und die Attraktivität der dualen Ausbildung steigern können. Bei der Frage, welche Maßnahmen aus Sicht von Schulen und Betrieben wichtig wären, um die Teilnahme von Auszubildenden an Auslandsaufenthalten zu erhöhen oder zu erleichtern, lag auf vorderster Stelle der Wunsch nach „externer Unterstützung bei der Suche nach ausländischen Partnern“. Auch hier also wäre die Nutzung von Kontakte über Städtepartnerschaften eine weitere Möglichkeit, die internationale Mobilität von Auszubildenden zu unterstützen – vor allem vor dem Hintergrund der neuen Zielmarke der EU bis 2030: Konkret sollen bis 2030 mindestens 23% der Hochschulabsolventen eine Lernerfahrung im Ausland haben, und mindestens 12% der Lernenden in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sollen von einer Lernmobilität im Ausland profitieren, so die Ratsempfehlung „Europa in Bewegung“ vom 13. Mai 2024.
Aus der Perspektive einer wichtigen Institution in Dortmund, der TU Dortmund, sprachen Jessica Biniossek vom Team Ausbildung und Gülistan Reichstein, die aktuell eine Ausbildung bei der TU Dortmund absolviert. Sie berichteten vom großen Interesse der TU als einem der größten Ausbildungsbetriebe in Dortmund, die über 130 junge Menschen in 17 verschiedenen Berufen ausbildet, sich in diesem Bereich mehr zu vernetzen und verstärkt Auslandsmobilitäten während der Ausbildung anzubieten. Aktuell bietet die TU Dortmund Auszubildenden verschiedene Möglichkeiten, einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Dies kann durch Auslandspraktika, Kurzprogramme oder auch durch die Teilnahme an Austauschprogrammen geschehen. Das Referat Internationales der TU Dortmund unterstützt die Auszubildenden dabei mit Beratung und Informationen zu verschiedenen Programmen und Fördermöglichkeiten. Ein Seminar, wie es die Stadt Dortmund ihren Auszubildenden bereits anbietet, könnte auch für die TU Dortmund von Interesse sein – ebenso wie auch die internationalen Kontakte, die die Stadt Dortmund bereits über ihre Partnerstädte pflegt. Umgekehrt verfügt auch die TU Dortmund über ein Netzwerk von Partnerhochschulen und Organisationen im Ausland, die für Auslandsaufenthalte genutzt werden können. Gülistan Reichstein berichtete von ihren guten Erfahrungen, die sie bei einer Mobilität nach Irland machen konnte.
Mit einer kurzen Präsentation stellte Beate Brockmann stellvertretend für Joris Duffner das von ihm geleitete Europe Direct Dortmund vor. Das Europe Direct dient als lokales Büro für die Europäische Union in Dortmund und Umgebung. Getragen von der Auslandsgesellschaft, bietet es Schul-Workshops, Info-Stände und Veranstaltungen zu EU-Themen, unterhält ein Besucherzentrum mit Infomaterial zur EU und ist allgemein Ansprechpartner für Fragen rund um die EU. Mit 50 Standorten in Deutschland und 424 in der EU ist das Netzwerk der Europe Directs eine weitere Möglichkeit, Kontakte ins europäische Ausland zu knüpfen – z.B. in die NRW Partnerregionen wie Hauts-de-France in Frankreich (5 Standorte) oder Schlesien in Polen (4 Standorte).
–> Präsentation Europe-Direct
Die Diskussionen, die sich aus den verschiedenen Beiträgen entwickelten, deckten viele Bereiche ab. Viel diskutiert wurde die Frage des deutschen Ausbildungssystems. Als „Exportschlager“ aus Deutschland erhält das Duale System viel Aufmerksamkeit von anderen Ländern, und große Wertschätzung weltweit. Gleichzeitig wurde mehrfach betont, wie wichtig es sei, Ausbildungsberufe in Deutschland gesellschaftlich noch mehr als derzeit wertzuschätzen. Und viele Akteure in Deutschland – ob Kommunen oder Unternehmen – stellen sich die Frage, wie damit umzugehen sei, wenn auf der Partnerseite eben kein ähnliches Ausbildungssystem vorhanden ist. Dass allein schon die praktische Erfahrung in anderen Systemen im Ausland allerdings sehr gewinnbringend für die berufliche Qualifikation in Deutschland sein kann, machten etwa Beispiele deutlich, bei denen Tischler*innen eine sehr bereichernde Auslandsmobilität im afrikanischen Ghana absolvieren konnten, wo es eine einzigartige Sargkunst gibt, welche nicht nur dort, sondern auch international bekannt und geschätzt wird. Auch im Friseurhandwerk (Bedarf an professioneller Friseurtechnik zu Afro-Haarkunst auch in Deutschland) und der Kita (Wissen und Erfahrung zu Herkunfts-Kulturkreisen) können praktische Erfahrungen, die in afrikanischen Ländern erworben werden können, eine große Hilfe und Bereicherung sein.
Zur Sprache kam neben den Regionalpartnerschaften des Landes NRW als mögliche Ansatzpunkte für Kontakte ins Ausland auch NRW.Global Business, die Landesgesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung von Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt Unternehmen bei Investitionsprojekten und Ansiedlungen in NRW, bei der Erschließung von Wachstumsmärkten und der Vernetzung mit internationalen Geschäftspartnern. NRW.Global Business betreibt auch das internationale Standortmarketing für NRW mit einer Reihe von Auslandsbüros und Repräsentanzen in wichtigen Zukunftsmärkten weltweit.
Bemerkenswert war während der Veranstaltung, wie sehr Fragen, Antworten, Probleme und mögliche Lösungen der verschiedenen Teilnehmendengruppen ineinanderzugreifen schienen. Bei der Schilderung von möglichen Projekten oder Ideen und Fragestellungen konnten oft direkt Antworten dazu gegeben, Finanzierungsmöglichkeiten genannt, oder Umsetzungsmöglichkeiten angeboten werden. Offenbar waren hier Akteure versammelt, für die die einen jeweils Ermöglicher und Problemlöser für die anderen sein konnten. Welche Rolle nicht zuletzt ehrenamtliche Strukturen und insbesondere Städtepartnerschaftsvereine in diesem Beziehungsgeflecht einnehmen können, machte Geoff Tranter, Länderkreisleiter der Deutsch-Britischen Gesellschaft in der Auslandsgesellschaft, deutlich, indem er von den Projekten, Erfahrungen und auch Bemühungen seines Länderkreises sprach, die zivilgesellschaftlichen Beziehungen ins Vereinigte Königreich und insbesondere zu seiner Heimatstadt Leeds, gleichzeitig die Partnerstadt Dortmunds, erfolgreich auch in der nächsten Generation zu verankern. Dazu gehört etwa ein Online-Kurs Deutsch für die britischen Partner, und eine Studienreise nach Leeds, die von der Auslandsgesellschaft durchgeführt wird.
So endete die Konferenz auch mit vielen neuen Ideen und dem Wunsch, aus den neuen Erkenntnissen, Informationen und Kontakten neue Projekte und Kooperationen auf den Weg zu bringen.
Kurzfilm zur Konferenz
Zum Weiterlesen
DIHK-Stellungnahme zum Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Ratsempfehlung
–> „Europa in Bewegung“ – Lernmobilität für alle
Publikation der Bezirksregierung Arnsberg (2021), Andrea Stein:
–> „ERASMUS+: ein echter Gewinn für den Regierungsbezirk. Working paper aus der Bezirksregierung Arnsberg.“
Weitere Informationen zur
–> EU-Geschäftsstelle in der Bezirksregierung Arnsberg, sowie
–> Informationen zur Schulentwicklung durch Internationalisierung.
–> Mobilitätsstudie von 2017 zu Auslandsaufenthalten in der Berufsausbildung
–> Programmbroschüre zur Konferenz: „Städtepartnerschaften: Sprungbrett ins Ausland für Azubis?“

