Nordrhein-westfälisch-britische Städtepartnerschaften im Jubiläumsjahr 2026

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Erasmus+, Hochschul- und Berufsbildung am Donnerstag, 16.04.2026 | 11-13 Uhr | Online

Zum britischen Wiedereinstieg in das EU-Programm Erasmus+ im Hochschulbereich

Die britische Perspektive zum Wiedereinstieg in das EU-Programm Erasmus+

Die britische Perspektive zum Wiedereinstieg in das EU-Programm Erasmus+ stellte im Anschluss als Überraschungsgast Chris Hammond vor, der als Chair des britischen Zweigs der Europäischen Bewegung im dortigen Education Committee eine Initiative für eine „National Campaign for Erasmus+“ auf den Weg gebracht hatte und sich als Vorsitzender intensiv dafür einsetzt, den Wiedereintritt des Vereinigten Königreichs in das EU-Programm strategisch und intensiv von langer Hand vorzubereiten. Er schilderte die aktuelle Situation im Vereinigten Königreich nach mehreren Jahren „Pause“ von Erasmus+, die daraus entstandenen Herausforderungen im Hinblick auf den Verlust von vorhandenen Strukturen, Personal sowie Fachkompetenz etc. und ging auf die bereits geplanten Termine ein. Dabei stellte er auch die britische Europäische Bewegung vor sowie ihre Rolle und ihr Gründe für den engagierten Einsatz für Erasmus+, und bot sich als Ansprechpartner für die NRW-Kommunen und -Vereine mit britischer Partnerschaft an, um eine Vernetzung hin zu britischen Partnern auf den Weg zu bringen, damit alte Verbindungen neu aufgelegt und neue entstehen könnten, auch und insbesondere im Rahmen von Erasmus+.

Insbesondere in Richtung der teilnehmenden Kommunen, Vereine, Schulen und Hochschulen erklärte er, welche Initiativen die deutschen Partner bereits jetzt starten könnten, um die britischen Partner dabei zu unterstützen, die zur Verfügung gestellten Projektmittel für Erasmus+ auch zügig, effizient und vollständig abrufen zu können. Dies ist aus seiner Sicht von zentraler Bedeutung, da insbesondere das erste Jahr, 2027, den Grundstein für den künftigen Erfolg des Programmes legen wird. Er informierte darüber, dass bereits erste Vernetzungstreffen auf britischer Seite zwischen verschiedenen Großstädten stattfinden, um Erasmus+ im Vereinigten Königreich bekannter zu machen und dafür zu werben.

Schließlich konnte auch Chris Hammond eine brandneue Information vermelden: so wurde erst an diesem Tag bekannt gegeben, dass als Nationalagentur für die Umsetzung von Erasmus+ auf britischer Seite erneut der British Council fungieren soll. Der British Council war bereits vor dem Brexit Nationalagentur für Erasmus+ gewesen und hatte seitdem das britische Programm „Turing Scheme“ umgesetzt.

Kontakt:
Chris Hammond, Chair of Education committee; European Movement UK, Vorsitzender der National Campaign for Erasmus+ sowie Chair of East Kent for Europe, Teil der Gruppe Pulse of Europe Würzburg und Brüssel. 
Wohnhaft in Canterbury und Würzburg

cah0912@btopenworld.com  bzw. +4915560 709 338 
sowie auch education@europeanmovement.co.uk

Weitere Kontakte innerhalb der Europäischen Bewegung im Vereinigten Königreich:

CILL (Centre for International Learning and Leadership) Andrew Hadley; Director
UKGLAS (UK Global Learning Association for Schools) Ray Kirtley Director
Skills and Growth  Martin Cumella; Director

Webinar-Angebote der Europäischen Bewegung im Vereinigten Königreich zu Erasmus+ (jeweils gleiche Inhalte):

Bericht des European Movements UK: „Unlocking opportunity: Why the UK needs Erasmus Plus

Online-Webtool des European Movements UK zu Erasmus+: „Discover Erasmus+ Projects

Praxisbeispiel: Partneruniversitäten und Mobilität von Studierenden und Hochschulpersonal mit dem Vereinigten Königreich

Silke Viol, stellvertretende Referatsleiterin an der Technische Universität Dortmund, gab eine umfassende Schilderung der internationalen und britischen Kontakte der tu. Mit 17 Fakultäten und 30.000 Studierenden ist die tu breit aufgestellt und eine wichtig Institution in Dortmund.

Silke Viol orientierte ihren Vortrag entlang der bestehenden Kontakte, der Änderungen, welche durch den Brexit bei den britischen Verbindungen der einzelnen Fakultäten der tu erfolgt waren, auf welche Weise dennoch der Kontakt vielfach aufrecht erhalten werden konnte, und auch, wie sich die Zahlen von outgoings/incomings zum Vereinigten Königreich entwickelt hatten. Sie gab einen Ausblick auf die Möglichkeiten, die sich durch den britischen Wiedereintritt ins Programm Erasmus+ eröffnen, und erläuterte bereits bestehende und mögliche Synergien zur britischen Städtepartnerschaft Leeds der Stadt Dortmund.

Kontakt:
Silke Viol, stellvertretende Referatsleiterin
Technische Universität Dortmund
silke.viol@tu-dortmund.de

Präsentation tu Dortmund

Praxisbeispiel: Landesprogramm NRW:exchange für Auszubildende aus dem Handwerk (und nicht nur)

Die Koordinatorin für Auslandsstipendien in der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH), Gülbahar Okutucu, stellte das Landesprogramm NRW:exchange vor. Von der Einrichtung des Programms im Zuge des Brexit, über die praktische Umsetzung ab 2023,  bis zu den beiden nach Zielgruppen unterschiedlichen Programmteilen (eines für Schulen, eines für Auszubildende) stellte sie die Fördermöglichkeiten, den Umfang, die Herausforderungen und Chancen des Landesprogramms dar. Besonders gewinnbringend könnten sich die Kontakte von kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren mit britischer Partnerschaft dafür erweisen, britische Gastbetriebe für die nordrhein-westfälischen Stipendiat*innen zu finden. Umgekehrt könnten die Städtepartnerschaften durch die Erfahrungen der Stipendiat*innen bereichert werden.

Kontakt:
Gülbahar Okutucu
Koordinatorin für Auslandsstipendien in der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH)
okutucu@lgh.de

Präsentation NRW:exchange

Praxisbeispiel: Mobilität von Auszubildenden mit dem Vereinigten Königreich, Erfahrungen und Perspektiven zu Erasmus+

Zur Mobilität von Auszubildenden mit dem Vereinigten Königreich, ihren bisherigen Erfahrungen und Perspektiven zu Erasmus+ aus der Perspektive eines Berufskollegs sprach Petra Seehöfer, stellvertretende Schulleiterin am Leopold-Hoesch-Berufskolleg Dortmund. Ihr Berufskolleg ist mit 2200 Schülerinnen und Schülern eines der kleineren der insgesamt 8 Dortmunder Berufskollegs, und hat einen Schwerpunkt im Bereich Metall. Petra Seehöfer begann ihren Vortrag mit den zahlreichen und teilweise langjährigen internationalen Kontakte und Erfahrungen, auf die ihr Berufskolleg aufbaut – etwa Bode in Norwegen, Lofoten, Frankreich, Spanien, Georgia – , ging dann insbesondere auf die britischen Verbindungen ein und auf die Auswirkungen, die der Brexit sowie auch Corona darauf hatten. Aufgrund ihrer Ausrichtung auf berufliche Bildung haben die Berufskollegs für das Programm Erasmus+ als Ansprechpartnerin anstelle des DAAD in der Regel die NaBibb. Sie berichtete, dass von Seiten der EU-Geschäftsstelle der Bezirksregierung Arnsberg bereits eine Initiative begonnen habe, die Berufskollegs in die Vernetzung zu bringen im Hinblick auf den Wiederbeitritt des Vereinigten Königreichs zu Erasmus+, unter Einbeziehung existierender städtepartnerschaftlicher Verbindungen. Gerade vor dem Hintergrund der Sprache Englisch als „Mittlersprache“ auch in Bezug auf andere Länder ist der Austausch mit dem Vereinigte Königreich für Berufskollegs von besonderem Interesse.

–> Informationen zu Erasmus+ – Mobilitäten nach UK – EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung Bezirksregierung Arnsberg

Schlussfolgerung und Ausblick

In der folgenden Diskussion konnten einige Fragen beantwortet, die einzelnen Perspektiven und Hintergründe miteinander in Verbindung gebracht und Synergien zwischen den verschiedenen Akteuren gefunden werden.

So interessierte die Teilnehmenden etwa, ob die britischen Universitäten ab Januar 2027 erneut Mitglieder in den Europäischen Hochschulen sein könnten – dazu wurde von Seiten des DAAD auf den nächsten „Call for proposals“ verwiesen, sowie auf den Umstand, dass man in bestehende Hochschulallianzen auch neue Partner aufnehmen könne.  

Von großem Interesse war für die Teilnehmenden auch, ob bei der Visumsvergabe denn zeitnah Vereinfachungen zu erwarten wären – eine Frage, die vorerst ohne Antwort bleiben musste, ebenso wie auch die Frage nach den Fördermöglichkeiten ab Januar für Auslandspraktika im Schulbereich.  

Eine Kommune wünschte sich eine Mobilität ihrer Auszubildenden – ein klassischer Fall für den Programmteil „Personenmobilität“ bei Erasmus+. Eine andere Kommune beklagte, dass ihre Auszubildenden keine Arbeitserlaubnis im Vereinigten Königreich erhalten hätten; hier bot Chris Hammonds an, dazu zu recherchieren und in den Austausch zu treten, und von Seiten der Berufskollegs hieß es, es gebe bereits Informationen dazu, dass ab kommendem Jahr über Erasmus+ Arbeitserlaubnisse erteilt werden könnten.

Insbesondere die Dortmunder Institutionen nutzten die Gelegenheit, sich anlässlich dieses Online-Austausches miteinander zu vernetzen – aber auch die zahlreichen weiteren Teilnehmenden aus Kommunen, Kreisen, Vereinen, Schulen und Universitäten in Nordrhein-Westfalen kamen bei der Veranstaltung in einen lebhaften Austausch, der vielfach bilateral weitergeführt werden soll.

Terminvorschau
07. Mai 2026 – online – Brücken zwischen Städtepartnerschaften und Unternehmenswelt | –> Einladung und Anmeldung
29. Juni 2026 – Städtepartnerschaftsgipfel NRW meets UK: 80 Jahre Freundschaft im Landtag NRW, Düsseldorf | Einladung folgt


Fotos: pixabay