Offenes Austauschformat Forum Städtepartnerschaften NRW mit Gastbeitrag der DSEE

Online | 10. September 2025 | 18-20 Uhr

Das 17. „Forum Städtepartnerschaften NRW“ der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften richtete sich mit seinem Zeitfenster in den Abendstunden insbesondere an die Ehrenamtlichen aus der Vereinswelt. Zu Gast war in dieser Ausgabe Paul Fischer, der die DSEE – Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt vorstellte.

Förderung/Finanzierung

Das 17. „Forum Städtepartnerschaften NRW“ der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften richtete sich mit seinem Zeitfenster nach Feierabend insbesondere an die Ehrenamtlichen aus der Vereinswelt. Dazu passte auch der für diesen Tag vorgesehene Gastbeitrag der Deutschen Stiftungfür Engagement und Ehrenamt (DSEE). Die DSEE wurde im Jahr 2020 explizit für die Unterstützung und Förderung der Ehrenamtlichen auf Bundesebene eingerichtet. Die Trägerschaft durch gleich drei Bundesministerien – Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) sowie Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) illustriert die große thematische Bandbreite ehrenamtlichen Engagements in Deutschland. Hinzu kommt zudem eine punktuelle Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für bestimmte Vorhaben im Bereich Entwicklungszusammenarbeit.

Paul Fischer von der Abteilung Engagementförderung und Strukturstärkung der DSEE stellte in seiner Vorstellung direkt einen persönlichen Bezug zum Thema Städtepartnerschaften her. An drei städtepartnerschaftlich organisierten Austauschen in unterschiedliche Länder hatte Fischer als Jugendlicher teilgenommen – so kannte er aus eigener Anschauung bereits Einsatzgebiete und Projekte von Städtepartnerschaften und infolgedessen auch die Bedarfe der Städtepartnerschaftsvereine, vor allem im Hinblick auf Projektförderung und Beratung.

Fischers Vortrag gliederte sich in drei Teile; zunächst stellte er die DSEE als Institution vor, ihren Aufbau und ihre Ziele, sowie die hauseigenen Förderprogramme. Dazu zählen ein Mikroförderprogramm, das sich insbesondere an Vereine in strukturschwachen und ländlichen Regionen wendet, das Programm transform_d für die Skalierung erfolgreicher Pilotprojekte der Transformation, sowie das Förderprogramm action! für entwicklungspolitische Themen.

In einem zweiten Teil ging es um die Wegweiserfunktion der DSEE zu anderen Fördermittelgebern, die sie mit ihrer besonders bedienerfreundlichen Förderdatenbank bereitstellt. Mit über 1300 Einträgen für ganz Deutschland, davon 433 explizit für NRW, stehen umfangreiche Fördermittel für Vereine in NRW zur Verfügung. Zusätzlich bietet die DSEE einen umfangreichen Service zur individuellen Fördermittel- und Fundraisingberatung.

In einem dritten Teil erläuterte Fischer die breitgefassten Bildungsangebote der DSEE, welche telefonisch, online sowohl live wie auch zum Nachhören in der Audiothek, und schließlich auch dezentral vor Ort in Präsenz stattfinden. Dazu zählen die Themen Recht, Versicherungsschutz, Steuern, aber auch Organisationsentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und viele andere. Hinzu kommen Förderprogramme für Engagierte wie FuturE und Online-Trainings für Engagierte, etwa im Bereich Erste-Hilfe oder Fördermittelakquise.

Ein großer Bedarf der Vereine ist regelmäßig die Frage des Nachwuchses. Hier verwies Fischer in seiner Präsentation auf konkrete Angebote der Nachwuchsschulung, welche die DSEE bereitstellt, insbesondere im Programm FuturE. Dieses richtet sich aktuell an Engagierte zwischen 55 und 68 Jahren; eine Zielgruppe, die bislang zu unrecht beim Stichwort „Nachwuchs“ oft noch nicht mitgedacht wird, die aber besonders große Potentiale zur Gewinnung weiterer Engagierter bietet. Zu den Fragen der Motivation jüngerer Menschen sei auf eine frühere Veranstaltung der Netzwerkstelle verwiesen, sowie auf eine neue Initiative in NRW, die gezielt junge Menschen anspricht: die Initiative Junges Ehrenamt unterstützt gezielt die Nachwuchssuche im Ehrenamt und ermöglicht jungen Menschen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei Partnerorganisationen in NRW. Beteiligt sind die Ehrenamt Agentur Essen / lagfa NRW, die Sportjugend NRW, youngcaritas im Erzbistum Paderborn sowie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (Freiwilliges Ökologisches Jahr). Initiiert wurde das Projekt vom durch die Staatskanzlei geförderten NBE NRW und ermöglicht durch WestLotto.

Allgemein sind lokale Ehrenamtsagenturen, wie sie in NRW in der lagfa NRW e.V., der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Nordrhein-Westfalen, zusammengeschlossen sind, hervorragende erste Ansprechpartner für Vereine und Ehrenamtliche, um Interessierte, Vereine, Fördermittelgeber und Projektträger zusammenzubringen.

Einen Überblick über die Engagement-Landschaft in NRW bietet der EhrenamtAtlas von WestLotto, der die Daten für NRW, die Regionen und alle 53 Kreise und kreisfreien Städte des Landes zusammenträgt.

Zum Ende seines Vortrags machte Fischer die Vereine noch auf die Möglichkeit aufmerksam, über Preise, Auszeichnungen und Wettbewerbe den eigenen Projekten mehr Sichtbarkeit zu verleihen – auch hier bietet die DSEE Überblick und Orientierung. Ein Vorteil von Preisgeldern ist, dass bei dieser Form der Zuwendung kein Verwendungsnachweis notwendig ist; so können manche Projekte auch im Nachhinein noch eine unkomplizierte Förderung erfahren.

Seit über 15 Jahren würdigt etwa der Deutsche Engagementpreis herausragendes freiwilliges Engagement in Deutschland und macht als Dachpreis für zahlreiche Ehrenamtsauszeichnungen die Vielfalt und Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements sichtbar. Die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen lobt in Kooperation mit der NRW-Stiftung jährlich den Engagementpreis NRW aus. Der Engagementpreis steht in jedem Jahr unter einem wechselnden Motto. Der Engagement-Wettbewerb „machen!2025“ würdigt spezifisch das vielfältige Engagement in ländlichen Regionen Ostdeutschlands.

Für die meisten der teilnehmenden Vereinsvertreter*innen waren die Angebote der DSEE nach eigener Aussage neu; umso interessierter wurde der große Umfang der angebotenen Dienstleistungen von den Vereinen aufgenommen. Neben konkreten Nachfragen zu den einzelnen Programmen stellte es sich beim Austausch auch klar heraus, dass Städtepartnerschaftsvereine nicht nur einen großen Bedarf an adäquaten, leicht zugänglichen und niederschwelligen Fördermitteln haben sowie ganz allgemein an Unterstützung und Beratung zu allen Aspekten des Vereinslebens, sondern dass ihre Besonderheit in ihrer internationalen Dimension besteht. So konnte der Referent der DSEE seinerseits mitnehmen, wie sehr die Vereine in ihrer Arbeit von politischen Entwicklungen auf internationaler Ebene und insbesondere innerhalb der Heimatländer ihrer Partnerkommunen betroffen sind. Politische Spannungen, Konflikte und Kriege können große Auswirkungen auf Städtepartnerschaften haben, und die ehrenamtliche Arbeit mitunter vor große Herausforderungen stellen. Dies ist aktuell der Fall etwa für Städtepartnerschaften mit Israel, Palästina, der Ukraine oder Nicaragua, wie im Austausch ersichtlich wurde.

Umso wichtiger, das kam auch in der Diskussion der Teilnehmenden im Anschluss an den Vortrag zum Tragen, ist der Aspekt der Wertschätzung und Unterstützung dieses Engagements von staatlicher Seite, auch durch die Bereitstellung von Förderinstrumenten, Weiterbildungsangeboten und Beratung. Nach vielen Dankesworten der Netzwerkstelle sowie auch aller Teilnehmenden an Paul Fischer von der DSEE für seinen informativen Vortrag endete die Veranstaltung.  

–> Präsentation der DSEE – Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt

–> Präsentation der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften

Die kommenden Termine werden zeitnah per Email versendet und über unsere Website veröffentlicht.

Die Berichte der zurückliegenden Veranstaltungen „Forum Städtepartnerschaften NRW“ zum Nachlesen finden Sie unter diesem –> Link