Rund 180 Engagierte und Interessierte aus den nordrhein-westfälischen Städtepartnerschaften trafen sich auf Einladung der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften der Auslandsgesellschaft.de e.V. am Montag 14. Oktober 2024 zum „Praxistag Städtepartnerschaften“ in der Mercatorhalle in Duisburg.
Die ganztägige Veranstaltung fand im Rahmen der Landesinitiative Europa-Schecks des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen statt. Anlass war die Präsentation der zweiten Auflage der Broschüre „Städtepartnerschaften – Entwickeln · Leben · Ausbauen · Finanzieren“, die 2016 aus der Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung und der Auslandsgesellschaft.de hervorgegangen war. Nachhaltiges Interesse an der Publikation und die weltpolitischen Dynamiken der vergangenen Jahre überzeugten die Staatskanzlei NRW und die Auslandsgesellschaft, in diesem Jahr eine Neuauflage herauszubringen, in welcher die Erfahrungen der NRW-Kommunen und ihrer Städtepartnerschaftsvereine ebenso berücksichtigt wurden wie die jüngsten internationalen Entwicklungen.

Stadt Duisburg

Begrüßung Edeltraud Klabuhn, Bürgermeisterin der Stadt Duisburg
Die Bürgermeisterin der Stadt Duisburg, Edeltraud Klabuhn, hieß die Teilnehmenden in Duisburg willkommen und zeigte anhand ausgewählter internationaler Partnerschaften ihrer Stadt die große Bedeutung von Städtepartnerschaften auch im Spiegel der Geschichte auf; sei es die Verbindung mit dem britischen Portsmouth und dem französischen Calais zur Versöhnung nur kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, die Partnerschaft mit dem amerikanischen Fort Lauderdale, oder auch die jüngste Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Kryvyi Rih, um der Ukraine Solidarität zu zeigen bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg. Wie sehr die Stadtgesellschaft von den internationalen Freundschaften profitiert, zeige auch das Beispiel etwa des Robert-Bosch-Berufskollegs Duisburg, das seinen Schülerinnen und Schülern Praktika und Austausch in den Duisburger Partnerstädten ermöglicht, aus welchen die jungen Menschen mit viel persönlichem Gewinn und mit geweitetem Horizont nach Duisburg zurückkehren.
Begrüßung Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft.de e.V.
Der Präsident der Auslandsgesellschaft.de e.V., Klaus Wegener, sprach seinen Dank der Gastgeberin aus ebenso wie dem Vertreter der Staatskanzlei, die durch die die Landesinitiative Europa-Schecks nicht nur die Neuauflage der Broschüre zu Städtepartnerschaften, sondern auch den „Praxistag Städtepartnerschaften“ ermöglicht hatte. In seinem Grußwort nahm er Bezug auf die langjährige Beschäftigung der Auslandsgesellschaft mit dem Thema Städtepartnerschaften, der u.a. seit 2021 zum Aufbau der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften geführt hatte, die nun als dauerhaftes Angebot im Institutionengefüge der Auslandsgesellschaft aufgenommen sei.

Staatskanzlei NRW
Ludger Siemes, Leiter der Abteilung Europa und Internationale Beziehungen der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen
Ludger Siemes, Leiter der Abteilung Europa und Internationale Beziehungen der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, sprach zuallererst den Vertreterinnen und Vertretern der Städtepartnerschaften aus den Kommunen und insbesondere den Engagierten in den Vereinen seinen Dank aus, auch im Namen von Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei, dem die Städtepartnerschaften ein Herzensanliegen seien.
Siemes rief in Erinnerung, dass gerade vor dem Hintergrund des Erstarkens der Extreme in der Gesellschaft der Austausch der Menschen innerhalb und außerhalb Europas eine besondere Bedeutung hätte und zum Abbau von Vorurteilen und einem friedlicheren Miteinander beitragen könnte.


Staatsminister a.D.
Vorstellung der Neuauflage der Broschüre und Podiumsdiskussion
Im Anschluss ergriff Wolfram Kuschke, Staatsminister a.D., Kuratoriumsvorsitzender der Auslandsgesellschaft.de e.V. und ehrenamtlicher Leiter der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften, das Wort und zeichnete für die Anwesenden die Entstehungsgeschichte der aktualisierten Broschüre „Städtepartnerschaften. Entwickeln. Leben. Ausbauen. Finanzieren.“ nach.
So sei frühzeitig, bei der ersten Bestandsaufnahme der Städtepartnerschaftslandschaft in Nordrhein-Westfalen um das Jahr 2010, erkannt worden, dass es an einer Art „Handbuch“ für Kommunen und Vereine mangele, die einen leichten Einstieg und Überblick in das Thema leisten könnte. Aus dieser Erkenntnis heraus kam es 2016 zur ersten Auflage der Broschüre in Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei NRW, die aufgrund ihrer praktischen Nützlichkeit sehr bald vergriffen und seitdem nur noch online zugänglich war. Wolfram Kuschke dankte der Staatskanzlei für die hervorragende Zusammenarbeit bei diesem Projekt und wandte sich gleichzeitig an all die zahlreichen Kommunen und Vereine, die durch ihr Engagement und ihren langjährigen Einsatz für Städtepartnerschaften überhaupt erst die Vielzahl an Praxisbeispielen hervorgebracht hatten, über die in der Broschüre nun berichtet werden konnte.
In der folgenden Podiumsdiskussion wurden Themen der Broschüre aufgegriffen und das Instrument Städtepartnerschaften von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet, um neue Möglichkeiten für Kooperation und Synergien aufzuzeigen.


Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes e. V., stellte ihren Verein den Teilnehmenden vor und erläuterte anschaulich, welche Möglichkeiten der Kooperation sich zwischen Städtepartnerschaften und Heimatvereinen ergeben. Beiden liege der Begriff der Heimat und die kommunale und regionale Identität gleichermaßen am Herzen. So könne das kulturelle Erbe eines Ortes, ob im Hinblick auf Landschaft, Architektur, Bräuche, kulinarische Spezialitäten, Musik, Kunst oder Literatur in Zusammenarbeit mit den Heimatvereinen den internationalen Partnerstädten noch intensiver nahegebracht werden.
Aus Sicht engagierter junger Menschen im ehrenamtlichen „francoallemand“ sprach Jonas Haaß, Präsident des Deutsch-Französischen Jugendausschusse e.V., davon, was vor einigen Jahren zur Gründung dieser Initiative im Umfeld der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V. (VDFG) geführt hatte. So stand am Anfang der Wunsch der jungen Mitglieder der VDFG, auch ein bisschen „unter sich“ zu diskutieren und damit das gemeinsame Anliegen des „francoallemand“ mit frischen Ideen und neuen Projekten voranzubringen. Zu diesen gehört u.a. das mittlerweile höchst erfolgreiche Format „Intergenerationelles Forum“, eine Broschüre „101 Ideen für die deutsch-französische Freundschaft“ mit ganz konkreten Projektideen und praktischen Tipps und Tricks für kreative und moderne deutsch-französische Austausche, ein Podcast und ein Schulprojekt sowie das lab.franco-allemand. Das Team dahinter aus rund 100 Engagierten aus Frankreich und Deutschland sei sehr mobil und arbeite hauptsächlich digital zusammen; ein Pluspunkt für die Lebenswirklichkeit junger Menschen, die oft in Ausbildung oder Studium noch keinen festen Lebensmittelpunkt haben.


Ermutigung insbesondere an die Kommunen, bei Städtepartnerschaften am Ball zu bleiben, trotzdem es sich um eine freiwillige Aufgabe handelt, kam von Christof Sommer, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW (StGB NRW). Der StGB ist ein freiwiliiger Zusammenschluss von ausschließlich kreisangehörigen Kommunen in NRW, der seinerseits zusammen mit den Schwesterverbänden in den anderen Bundesländern Mitglied im Deutschen Städte- und Gemeindebund ist. Der StGB NRW setzt sich dafür ein, dass die Anliegen der kleineren und mittleren Städte und Gemeinden bei der Gesetzgebung in NRW berücksichtigt werden und berät und informiert über Entwicklungen auf den anderen politischen Ebenen. Christof Sommer konnte aus seiner eigenen Erfahrung als Bürgermeister einer Kommune und den inspirierenden Erlebnissen mit deren Städtepartnerschaften berichten. Sommer warb dafür, auch internationalen Städtenetzwerken beizutreten; so nannte er etwa die Netzwerke der historischen Hanse als spannendes und lebendiges Beispiel für den Mehrwert, den Kommunen aus ihrer internationalen Aktivität schöpfen können.
Als Schulleiterin des Robert-Bosch-Berufskollegs Duisburg berichtete Oberstudiendirektorin Simone Peeters schließlich, was ein Auslandsaufenthalt bei ihren Schülerinnen und Schülern bewirken kann, und was alles möglich wird, wenn Schule und Stadt gemeinsam in und mit den Partnerstädten an einem Strang ziehen. Das Robert-Bosch-Berufskolleg ist eine Traditionsschule, die seit 1897 Fachkräfte für Duisburg ausbildet, heute in Bereichen wie Industriemechaniker, Werkstoffprüfer, Mechatroniker, Elektroniker, und die gemeinsam mit der Stadt bis heute den Strukturwandel miterlebt und mitgestaltet. Das Berufskolleg ist erfolgreich Erasmus+ akkreditiert, und bietet u.a. Klassenfahrten in die französische Partnerstadt Calais an, es unterhält eine Schulpartnerschaft dort und engagiert sich im Projekt des Wiederaufbaus einer im Zweiten Weltkrieg in Calais zerstörten Kathedrale. Bei diesen Aktivitäten unterstützt die Deutsch-Französische Gesellschaft Duisburg die Schule, indem sie bedarfsgerechte Vorbereitungsseminare für die Schülerinnen und Schüler für ihre Frankreichfahrt organisiert – und dabei etwa auch Hilfestellung gibt, wie man auf Französisch flirten kann. Die Stadt wiederum unterstützt die Schule durch die Vermittlung von Kontakten, Begleitung bei Besuchen in der Partnerstadt, und macht die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler zugänglich – zum Beispiel durch Unterstützung einer Ausstellung zu den Perspektiven der jungen Menschen auf ihre Städte.

Vernetzung in der Mittagspause beim Markt der Möglichkeiten
Großen Anklang fand in der Mittagspause das Angebot von rund einem Dutzend Info-Stände mit ihren Angeboten zur Informationsvermittlung, Förderung und Vernetzung im Bereich von Städtepartnerschaften.
- Landesinitiative Europa-Schecks
- Auslandsgesellschaft.de e.V., Dortmund
- Europe Direct Zentren Duisburg/ Dortmund
- CERV – Kontaktstelle des EU-Programms
„Bürgerinnen und Bürger, Gleichstellung, Rechte und Werte“ - Deutsch-Französischer Bürgerfonds
- Deutsch-Türkische Jugendbrücke
- UK- German Connection
- Deutsch-Niederländisches Jugendwerk
- Deutsch-Französischer Jugendausschuss
- Servicestelle für mehr internationale Jugendarbeit in NRW / aktuelles forum e.V.
- Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)/ Engagement Global / Büro der Landesregierung in Israel
- Kleinprojektefonds ERW, Euregio Rhein-Waal / Interreg Europe Policy Learning Platform












Je vier parallele Workshops in zwei Runden am Vor- und Nachmittag
In vier verschiedenen Workshops in zwei Runden konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besser kennenlernen und gezielt zu ausgewählten Themen informieren. Diese Themen waren hervorgegangen aus einer online durchgeführten Interessensabfrage vorab, denen bei der Vorbereitung des „Praxistags Städtepartnerschaften“ entsprechend Rechnung getragen wurde.



Workshop 1
Strategieentwicklung in bestehenden Städtepartnerschaften
Moderation: Beate Brockmann
Bei der Interessensabfrage online, die dem Praxistag Städtepartnerschaften vorgeschaltet gewesen war, landete das Thema der Strategieentwicklung ganz oben auf der Wunschliste von Kommunen und Vereinen. Doch was ist bedeutet das eigentlich, Städtepartnerschaften strategisch anzugehen? Dieser Frage widmete sich der vorliegende Workshop in zwei Runden, die beide durch lebhaften Austausch zwischen den Referent*innen auf dem Podium und den Praktiker*innen im Saal geprägt waren.
Eva Eichenberg berichtete aus Mönchengladbach vom Projekt Gemeinsam.Europa.Mönchengladbach und Fabian Zeuch aus dem Büro für Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund von der Dortmunder Strategie. Kurzfristig verhindert war leider Anna Noddeland, Leiterin Stabsstelle Soziale Stadt, Europaangelegenheiten und Fördermittelmanagement in Bedburg, die als Geschäftsführerin des Institus für Europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit e.V. (IPZ) zudem einen gesamtdeutschen Überblick über Strategieansätze in Städtepartnerschaften hätte geben können.
Deutlich wurde in der Debatte, dass es eine große Bandbreite dessen gab, was als „strategisch“ für die Aufstellung von Städtepartnerschaften gelten könne. So bedeutete Strategieentwicklung in bestehenden Städtepartnerschaften für die einen, dass die Stadt für die Partnerschaften in ihrer Verwaltung einen Ansprechpartner benennen solle, der auch mit ausreichenden Zeit- und Finanzressourcen ausgestattet sein müsse, um die Partnerschaften umfänglich zu betreuen. Andere sprachen von der Politik, dem Stadtrat oder der Stadtspitze, die nicht nur einmalig Partnerschaften schließen, sondern sich kontinuierlich für deren Bestand und Entwicklung einsetzen müsse. Wieder andere sahen die Strategieentwicklung darin, die Zivilgesellschaft zu befähigen, eigeninitiativ neue Projekte in die Partnerschaftsarbeit einzubringen, einen Partnerschaftsverein überhaupt erst zu gründen oder ihn über den anstehenden Generationswechsel zu bringen, oder breite Bündnisse hinein in andere städtische organisierte Zivilgesellschaft zu schmieden. Strategisch könne es ferner sein, eine gemeinsame Plattform für den Austausch von Ideen einzurichten – auf Ebene einer Stadt, oder darüber hinaus, auf Landes- oder Bundesebene. Auch die Einrichtung von explizit für Städtepartnerschaften ausgewiesene Fördertöpfen auf kommunaler oder übergeordneter Ebene kann als strategisch für Städtepartnerschaften angesehen werden.
So kann Strategie personelle, organisatorische, finanzielle, politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche, informationelle, und viele weitere Komponenten haben. Und vor allem: sie befindet sich in stetigem Wandel, da sie auf Veränderungen in all den genannten Bereichen reagieren und diese vor- bzw. mitdenken muss.
Dass man Städtepartnerschaften in Mönchengladbach strategisch angehen müsse, habe man, so Eva Eichenberg, gemerkt, spätestens als der Partnerschaftsverein sich mangels Nachfolger aufgelöst habe und deutlich wurde, dass Städtepartnerschaften über die Jahre eingeschlafen seien. Die strategische Antwort der Stadt war, zunächst neue Impulse zu setzen. Möglich wurde dies über die Landesinitiative Europa-Schecks, die das Projekt „Gemeinsam.Europa.Mönchengladbach“ förderte. In einem Instagram-Post kann man die „Strategieoffensive“ nachlesen: die Basis war vorhanden, mit sechs Städtepartnerschaften in Europa, sowie einem engen Austausch mit der chinesischen Stadt Suqian sowie der Stadt Offinso in Ghana.
In den Europawochen vom 28. April bis 7. Juni 2024 wurde der Fokus auf die Partnerstädte und Europa gelegt: ein vielfältiges Programm mit Einblicken in die Kultur, Kunst, Historie, Musik, Politik und Sprache involvierte Musikschule, Volkshochschule, Stadtbibliothek und die städtischen Schulen, Präsenz an den Wochenmärkten und in den städtischen Publikationen sorgten für breite öffentliche Aufmerksamkeit. Heute finden wieder regelmäßige Besuche statt. Neue Ideen gibt es beim „Kleeblatt“ der Partnerschaften mit historischen Erfahrungen in der Textilindustrie und dem damit verbundenen Strukturwandel. Als Heimat des Deutschen Hockeyverbands lädt Mönchengladbach als Gastgeberin zur Euro Hockey EM 2025 ein. Die Erfahrungen von Eva Eichenberg aus ihrer vorigen Wirkungsstätte in der städtischen Wirtschaftsförderung kommen in den Städtepartnerschaften ebenso zum Tragen wie ihre akademische Bildung als Regionalwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Niederlande. So tauschen sie und ihr Roermonder Kollege nun regelmäßig ihre Schreibtische in den jeweiligen Rathäusern, um so den fachlichen und politischen Austausch zu stärken, Angebote für die Bürger*innen zu schaffen und gemeinsame grenzüberschreitende Projekte anzustoßen. Für die Städtepartnerschaften steht jedoch weiterhin nur ein begrenzter Stellenumfang zur Verfügung, und es muss daher weiter vor allem darum gehen, Dinge anzustoßen und zu koordinieren. Von einer allumfassenden Strategie zu sprechen – dafür ist es noch zu früh. Und überhaupt: wichtig scheint, nicht alle Partnerschaften über einen Kamm zu scheren, und von allen dasselbe zu erwarten – viel hängt mit persönlichem Einsatz der Engagierten zusammen, so etwa der Austausch zwischen den Hornklassen der Musiklehrer in Roubaix und in Mönchengladbach, der in dieser Form einzigartig ist.
Aus der Perspektive einer Großstadt konnte Fabian Zeuch, Koordinator Globale Städte-Diplomatie im Büro für Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund, dem nur zustimmen. Dortmund pflegt derzeit offiziell acht internationale Städtepartnerschaften sowie eine innerdeutsche Städtefreundschaft. Darüber hinaus gibt es zahlreiche internationale Projektpartnerschaften und ein großes Engagement im Bereich der kommunalen Entwicklungspolitik. Für diese Aufgaben gibt es innerhalb der Stadtverwaltung ein ganzes Team an Mitarbeitenden, und die städtepartnerschaftliche Arbeit wird derzeit mit einer stringenten Strategie zusammengeführt, denn, so die Erkenntnis der Stadt Dortmund, die internationale Arbeit ist wichtig für die Klärung von kommunalen Zukunftsfragen, sie dient der Gestaltung attraktiver Standorte und ist somit integraler Bestandteil der gesamten Ressourcenpolitik und -planung der Stadt. Auch wenn die internationale Arbeit von Städten bisher die Völkerverständigung im Fokus hatte, wird die Städtediplomatie heute außerdem als Motor für Innovation und Wohlstandssicherung sowie für die Sicherung von Rechtsstaatlichkeit als von zunehmender Bedeutung gesehen. Eine entsprechende detaillierte Vorlage zur Weiterentwicklung der Städtepartnerschaften wurde vom Rat beschlossen. Zusätzliche Stellen wurden geschaffen, um bestehende Projekte zu stärken und besser zu vernetzen, und neue Akteure und Netzwerke einzubeziehen. An Beispielen, wie das konkret vonstattengeht, mangelt es nicht: den internationalen Entwicklungen trägt Dortmund mit der neuen Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Schytomyr Rechnung, den globalen Herausforderungen durch die neue Partnerschaft mit einer afrikanischen Stadt südlich der Sahara, Kumasi im NRW-Partnerland Ghana. In die Breite der Stadtbevölkerung geht die Arbeit z.B. durch ein Programm zur Förderung des internationalen kulturellen Austauschs mit den Partnerstädten.
In der Diskussion mit den Teilnehmenden wurde deutlich, dass vielerorts mit allen genannten Strategieaspekten experimentiert wurde und wird. So hat Duisburg zwar historisch eine ganze Reihe von Partnerschaften mit anderen Hafenstädten geschlossen, und pflegt teilweise auch den hafenspezifischen Fachaustausch, gleichzeitig sind jedoch in zahlreichen Partnerschaften der Stadt ganz andere Themen und Entwicklungen mittlerweile in den Fokus gerückt und bringen Duisburg strategisch und thematisch voran. So sind all die wichtigen Fragen, die am Anfang einer Partnerschaft gestellt und sinnvoll beantwortet wurden – das warum und wozu – keine Garantie für die Ewigkeit, dass eine Partnerschaft ihr Potential dann auch genau in dieser Form auslebt. Partnerschaften verändern sich über die Zeit zusammen mit all den Protagonisten, die sie leben: Politik, Verwaltung, Verein, breite Zivilgesellschaft. Darum können regelmäßige Check-ups bedeutsam sein.




Workshop 2 Finanzierungsmöglichkeiten für Städtepartnerschaften
Moderation: Marc Frese
Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten gibt es für Städtepartnerschaften in Deutschland und NRW zahlreiche. Oft sind sie nur nicht bekannt. Dem sollte der vorliegende Workshop abhelfen und neue und bislang eher wenig genutzte Förderprogramme vorstellen.
Allgemein gilt: eine systematische Darstellung der Finanzierungsmöglichkeiten für städtepartnerschaftliche Projekte ist schwierig, da die Zugänge dazu sehr unterschiedlich sein können und bestimmte Förderungen in mehrere Kategorien gleichzeitig fallen. Wird ein Projekt etwa federführend von einer Kommune, einem Partnerschaftsverein, einer Schule oder einer Privatperson organisiert? Geht es um Projekte mit Frankreich- oder Polenbezug, mit EU-Beitrittskandidaten oder einer anderen Weltregion? Handelt es sich um öffentliche Fördermittel (etwa EU-, Bundes- oder Landesfinanzierung), oder um private Mittel? Stammen die Mittel aus regelmäßigen Ausschreibungen (etwa im Rahmen von Förderperioden) oder handelt es sich um einmalige Förderungen? Auch die thematische Ausrichtung von Partnerschaftsprojekten kann sehr relevant sein. Eine Delegationsreise in die Partnerstadt oder eine gemeinsame Jubiläumsfeier finanziert sich vielleicht aus Zuschüssen der Kommune, aber ein grenzüberschreitendes Projekt im Bereich Inklusion kann
eventuell auch eine Förderung durch eine Soziallotterie wie „Aktion Mensch“ erhalten, und eine
Chorpartnerschaft eine Unterstützung durch eine regionale Stiftung mit Schwerpunkt Musik oder den Bundesmusikverband Chor und Orchester e. V.. Das Angebot ist zudem in ständiger Bewegung.
Die Auswahl der in diesem Workshop vorgestellten Förderprogramme erfolgte danach, was für eine Vielzahl von Kommunen und Vereinen in NRW zugänglich, möglichst niederschwellig, oder bisher noch wenig bekannt oder wenig genutzt wird.
So stellte Birke Amarell von Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen zunächst die Landesinitiative Europa-Scheck NRW vor. Mit der Landesinitiative „Europa-Schecks“ unterstützt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen seit 2023 herausragende Projekte europäischen Engagements, die sich in vielfältiger Weise für die europäischen Werte einsetzen, den Europagedanken in der Zivilgesellschaft und kommunalen Familie stärken und den Menschen die unterschiedlichen Facetten einer lebendigen Demokratie näherbringen. Die Projekte können sowohl lokal als auch grenzüberschreitend sein. Bewerben können sich rechtsfähige Vereine, Schulen und Hochschulen, außerschulische Bildungseinrichtungen, Kommunen und viele mehr. In die Landesinitiative wurden die bisherigen Wettbewerbe Europa bei uns zu Hause, Europawochen und TeamUp! überführt und somit gebündelt. Wichtig für die kommenden Förderrunden ist, zu beachten, dass die Projektdauer nun auf maximal 3 Monate begrenzt wird. Die Idee dahinter ist, nach Projektabschluss mit den Erfahrungen zur Reichweite und Wirkung des Projekts die Projektidee weiterzuentwickeln und dazu einen neuen Antrag zu stellen. In begründeten Ausnahmefällen kann ein Projekt allerdings auch weiterhin länger als drei Monate dauern. Neu ist zudem Reduzierung der Planungs- und Abrechnungsphase auf 2 Monate. Ausführliche Informationen und eine Übersicht aller erfolgreichen Bewerbungen können online eingesehen werden.
Von Svenja Arntz von der Euregio Rhein-Waal und Dr. Stefan Jaspersen aus dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen wurden sodann Fördermöglichkeiten aus der Familie der Europäischen Strukturfonds vorgestellt. Die Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ), bekannt unter dem Namen INTERREG, ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der EU und unterstützt seit mehr als 30 Jahren grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten. Die Förderung ist in unterschiedliche Programme gegliedert, von denen Dr. Stefan Jaspersen die Learning Plattform von INTERREG Europe und Svenja Arntz den Kleinprojektefonds der Euregio Rhein-Waal erläuterte.
Das Interreg Europe Programm erlaubt, mit anderen europäischen Regionen EU-gefördert in den Austausch zu kommen, sei es in mehrjährigen Projekten, in zweitägigen Peer Reviews oder durch einfache Recherche von Best Practices in Europa für unterschiedliche Herausforderungen. Grundsätzlich ist Interreg Europe für den Erfahrungsaustausch gedacht und richtet sich an Akteure des öffentlichen Sektors, dies könnten jedoch auch Akteure im Auftrag von Kommunen sein, bspw. Wirtschaftsförderungen oder auch gemeinnützige Vereine. Bei den von der Interreg Europe Policy Learning Platform unterstützten Aktivitäten steht nicht die Finanzierung im Vordergrund, sondern vor allem die Begleitung und Moderation des Austauschprozesses durch das Team von Interreg Europe.
Speziell für Projekte, bei denen die Kooperation im deutsch-niederländischen Grenzraum im Mittelpunkt steht, wurde das Interreg VI-Programm Deutschland-Nederland geschaffen. Um das Antragsprozedere für Interreg-Mittel zugänglicher zu gestalten, haben die deutsch-niederländischen Euregios in Abstimmung miteinander und mit den Interreg-Programmpartnern den sogenannten „Kleinprojektefonds“ (KPF) entwickelt. Dieser wurde speziell für Initiativen bis max. 25.000 € Förderung konstruiert. Für kleinere Aktivitäten mit einer kurzen Laufzeit, die für eine Pauschale in Höhe von 750 € in Betracht kommen, gibt es ein vereinfachtes Verfahren. Der Kleinprojektefonds unterstützt Projekte mit einem Fokus auf die Themenbereiche Bildung, Gesundheit, Governance und „People-to-People“.
In der Diskussion mit den Teilnehmenden ging es um die Frage der Höhe von Fördertöpfen, um mögliche Partnerländer, die Höhe von Fördersummen und Eigenanteilen, Bewerbungsfristen und Förderquoten. Dabei wurde deutlich, wieviel Fachkompetenz zu diesen Themen bereits in den Kommunalverwaltungen und Partnerschaftsvereinen vorhanden ist – wie notwendig es jedoch weiterhin bleibt, Beratungen zur Lichtung des oft als „Förderdschungels“ wahrgenommenen Angebots zur Verfügung zu stellen, um den zeitlichen Aufwand bei den Antragsstellenden möglichst gering zu halten.




Workshop 3
Innovative Formate zur Beteiligung von Jugendlichen in Städtepartnerschaften
Moderation: Joris Duffner
Jugendliche sind meist ein Schwerpunktzielpublikum städtepartnerschaftlicher Aktivitäten. Gleichzeitig stehen viele Städtepartnerschaftsvereine vor der Herausforderung des „Generationenwechsels“: die Gründer*innen-Generation sucht Nachfolger*innen für die von ihnen aufgebauten Strukturen.
Andreas Brembeck, Mitglied der Radsportfreunde Velbert sowie Sprecher der Arbeitsgruppe „Internationaler Sport“ im Partnerschaftskomitee der Stadt Velbert, berichtete darüber, welche Erfahrungen in seiner Stadt damit gemacht wurden, Sport als Ansatzpunkt für die Gewinnung von Jugendlichen an Städtepartnerschaften zu nutzen. Seit vielen Jahren pflegen die Radsportfreunde Velbert eine intensive Partnerschaft zu ihren Sportfreunden in Corby und Châtellerault. In 2018 ist der Austausch mit Podujeva hinzugekommen. Das Partnerschaftskomitee möchte den Kreis der sportlichen Kontakte in die Partnerstädte erweitern und sucht daher aktiv Sportvereine und Sportgruppen. Ergänzt wurden seine Ausführungen von Susanne Susok, zuständig für Internationale Kontakte/ Städtepartnerschaften im Büro des Bürgermeisters der Stadt Velbert. Sie sprach u.a. zur wichtigen Rolle, die auch das Jugendparlament der Stadt Velbert im Hinblick auf die Städtepartnerschaften spielt und inwiefern es bei den städtepartnerschaftlichen Aktivitäten miteinbezogen wird. Diese erfolgreiche Vernetzungsaktivität zwischen den verschiedenen Akteuren hat dazu beigetragen, dass die Stadt Velbert als Europaaktive Kommune ausgezeichnet worden ist, unter anderem gerade auch für die vielfältige Mitgliedschaft im Velberter Partnerschaftskomitee, die Vernetzung in unterschiedlichste Bereiche der Verwaltung zum Thema Europa und die angestoßene grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum ehrenamtlichen Engagement.
Svenja Höhfeld, Mobilitätsberaterin im Netzwerk „Berufsbildung ohne Grenzen“ der Handwerkskammer Dortmund, sprach über die vielfältigen Möglichkeiten, insbesondere der Zielgruppe der Auszubildenden Auslandsaufenthalte während ihrer Ausbildung oder im Rahmen eines Praktikums zu vermitteln. Wie können Städtepartnerschaften dabei helfen, und wie kann dies zu einer Win-win-win Situation werden für die Auszubildenden selbst, ihre Firmen, sowie auch die Städtepartnerschaftsvereine.
Das passende Praxisbeispiel dazu kam aus der Stadt Hilden, wo städtische Auszubildende seit kurzem einen Aufenthalt in der Partnerstadt Nové Město nad Metují in der Tschechischen Republik absolvieren können, mit der seit 1989 eine lebendige Städtepartnerschaft besteht. Christina Schröder, Rats- und Verwaltungsangelegenheiten, Bürgermeisterbüro der Stadt Hilden, konnte dazu gleich auf gleich zwei begeisterte Erfahrungsberichte ihrer Auszubildenden verweisen. Christina Schröder stammt selbst aus Hilden – und Städtepartnerschaften sind nur ein kleiner Teil ihres sehr breiten Aufgabenbereichs. Da sie aber u.a. auch die Ausbildungsleitung innehat, ist dieses Angebot eine sehr bereichernde Verbindung ihrer Zuständigkeiten.




Workshop 4
Herausforderungen und Krisen in Städtepartnerschaften bewältigen
Moderation: Dr. Kai Pfundheller
Auch in Städtepartnerschaften kann es zu Missverständnissen, Konflikten und Krisen kommen. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein. In seiner Einführung identifizierte Dr. Kai Pfundheller drei Gründe für Krisen. Zum einen können die Ansprechpartner*innen auf der anderen Seite schwierig im Umgang sein. Zum anderen kann das Heimatland der Partnerstadt in einer Krise oder einem Krieg gefangen sein – so wie etwa mit Israel, Palästina und der Ukraine – und dennoch bewusst die Entscheidung getroffen werden, mit dieser Stadt in diesem Land trotz der schwierigen Situation eine Partnerschaft einzugehen. Und zum dritten kann es vorkommen, dass eine Partnerschaft im Lauf der Zeit in eine Krise gerät, die vorher nicht absehbar war, und zum Zeitpunkt der Gründung der Partnerschaft so nicht mitgedacht hatte werden können.
Die Vielfalt der möglichen Krisen und wie man ihnen begegnen kann, wurde durch die Referent*innen eindrucksvoll dargestellt. Wichtig dabei zu bedenken ist, dass Kommunen zwar im Rahmen ihrer internationalen Städtepartnerschaften Außenpolitik betreiben – jedoch kaum eine der für Städtepartnerschaften zuständigen Personen in der Kommunalverwaltung über eine diplomatische Ausbildung verfügt.
Etienne Sur ist seit Oktober 2022 als Generalkonsul in NRW im Amt. Der Franzose mit deutschen Wurzeln ist neben seiner Tätigkeit als Generalkonsul zudem Leiter der Instituts français in Düsseldorf und Köln und setzt sich dort für die Verbreitung der französischen Sprache und Kultur sowie für die Weiterentwicklung des interkulturellen Austauschs ein. Er konnte aufgrund seiner Diplomatenausbildung und seiner reichen Erfahrung in den zwischenstaatlichen Beziehungen wertvolle Hinweise, klassische Verhaltensmaßregeln, Strategien und Konzepte zum diplomatischen Umgang mit schwierigen Partnern geben.
Claudia Burger ist die stellvertretende Vorsitzende der Cologne Alliance und Witwe des ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters Norbert Burger, in dessen Amtszeit von 1980 bis 1999 zehn Partnerschaften abgeschlossen wurden. Daraus ergab sich für Claudia Burger die Übernahme diverser Ehrenämter, darunter besonders intensiv das Engagement für die Städtepartnerschaften. Sie berichtete von den schwierigen Situation in der Partnerschaft mit Corinto in Nicaragua, was auch aus dem Publikum bestätigt wurde, unter anderem auch aus Wuppertal. Claudia Burger nannte ferner die Partnerschaften mit Peking, Istanbul und Tunis, und erläuterte, dass es auch in Köln nicht für alles eine Lösung gebe. So herrsche trotz großartiger Friedensprojekte manchmal auch Funkstille zwischen den Vereinen, die die Partnerschaften zu Bethlehem und Tel Aviv betreuen. Die neue Partnerschaft mit dem ukrainischen Dnipro als einer Stadt im Krieg, nahe der Front, wird von der zivilgesellschaftlichen Seite aktuell sehr unterstützt. Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine legte das Ratsbündnis in Köln im März 2022 die Partnerschaft mit dem russischen Wolgograd auf Eis. Die Auseinandersetzung mit Russland geht aber dennoch dadurch weiter, dass durch den Partnerschaftsverein Veranstaltungen zur Entwicklung der russischen Geschichte angeboten werden.
Desbina Kallinikidou vom Büro für Interkultur und zuständig für die internationalen Beziehungen in der Stadt Oberhausen berichtete von ihrer ukrainischen Partnerschaft. Oberhausen ist eine der sechs Städte in NRW, die bereits vor dem russischen Angriff im Februar 2022 eine Partnerschaft in die Ukraine pflegten. So besteht die Partnerschaft mit Saporischschja bereits seit 1986, also seit den Zeiten der Sowjetunion, und dass ein Krieg die Partnerschaft heute so sehr beeinflussen würde, war damals noch nicht absehbar.
Roland Schäfer konnte als ehemaliger Bürgermeister der Stadt Bergkamen sowie aus seiner Erfahrung als Ehrenpräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen von seinen großen Herausforderungen in internationalen Städtepartnerschaften berichten. Seine Tipps finden sich auch in einem Interview in der neuaufgelegten Broschüre wieder.
Weitergehende Links
Auslandsgesellschaft.de e.V. (2024):
Städtepartnerschaften. Entwickeln. Leben. Ausbauen. Finanzieren. Aktualisierte Neuauflage.
[ Download ]
Projektdatenbank
Nicht immer muss das Rad neu erfunden werden. Als Ideenfundgrube sind Projekte, die bereits anderswo von Kommunalverwaltungen, Städtepartnerschaftsvereinen oder anderen Trägern erfolgreich durchgeführt wurden, ein guter Ansatzpunkt. In unserer Datenbank finden Sie knapp einhundert solcher Projekte. Viele von ihnen waren Preisträger des Wettbewerbs “Europa bei uns zuhause“, mit welchem die Landesregierung NRW seit 2016 Projekte der europäischen Städtepartnerschaftsarbeit sowie der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Partnern in den Niederlanden und Belgien fördert (heute aufgegangen in der Landesinitiative Europaschecks). Andere wurden im Laufe der Coronapandemie entwickelt, um mit virtuellen Formaten der Begegnung die internationalen Reise- und Kontaktbeschränkungen zu kompensieren. Alle Projekte haben ihren Ursprung in nordrhein-westfälischen Städtepartnerschaften.
https://staedtepartnerschaftennrw.org/projektdatenbank/
Publikation „Digital International! Neue Formate für städtepartnerschaftlichen Austausch“
Digitalisierung ist das Buzzword der heutigen Zeit. Gerade in der Corona-Pandemie vollzog sich noch eine Beschleunigung der Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelten vieler Menschen, vom Distanzunterricht für Schüler*innen über das Home-Office der Arbeitnehmer*innen bis hin zu Seniorinnen und Senioren, die über Online-Tools weiterhin Teilhabe an der Gesellschaft suchten – sei es im Zoom-Call mit den Enkelkindern, beim virtuellen Kirchgang oder über Online-Dienste von Medizin, Verwaltung, Geschäften oder anderen Bereichen des täglichen Lebens. Eine Zusammenstellung innovativer Formate, die von, in und für Städtepartnerschaften entwickelt wurden, haben wir in der Publikation „Digital International! Neue Formate für städtepartnerschaftlichen Austausch“ zusammengestellt.
https://staedtepartnerschaftennrw.org/wp-content/uploads/2022/02/Handbuch_Digital-International-2022-02.pdf
Reisen in die Partnerstadt leichtgemacht
Für Kommunen und Vereine, die sich Unterstützung wünschen für die Organisation einer Reise in die Partnerstadt, haben wir ein Angebot: Reisen Sie mit der Auslandsgesellschaft in Ihre Partnerstadt – unser Team hilft Ihnen gern weiter! –> zum Angebot
Fotos: Auslandsgesellschaft.de e.V. / Pascale Gauchard



