Digitale Gesprächsrunde

08. April 2025 | 11-12:30 Uhr

Nach der Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu und weiteren Kommunalpolitikern in der Türkei reißen landesweite Proteste nicht ab. Viele Kommunen und zivilgesellschaftliche Organisationen in NRW mit Verbindungen in die Türkei beobachten die politischen Entwicklungen dort mit großer Sorge.

Nordrhein-Westfalen und die Türkei verbinden rund 35 Partnerschaften auf kommunaler Ebene. Viele Menschen hier haben familiäre Wurzeln in der Türkei. Was bedeuten die Ereignisse für diese Verbindungen? Die Netzwerkstelle Städtepartnerschaften lud zu einem Online-Austausch ein. Dieser Einladung folgten knapp 30 Personen.

Nach einer Begrüßung der Teilnehmenden durch Dr. Kai Pfundheller, Leiter des Instituts für politische Bildung der Auslandsgesellschaft.de e.V. und der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften, führte Staatsminister a.D. Wolfram Kuschke, Kuratoriumsvorsitzender der Auslandsgesellschaft.de e.V. und ehemaliges langjähriges Vorstandsmitglied der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) in die Veranstaltung ein.

–> Video der Einführung, Wolfram Kuschke

Im Anschluss an diese Einführung erläuterte Yunus Ulusoy, Programmverantwortlicher Transnationale Verbindungen Deutschland-Türkei, Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI), nicht nur die aktuelle politische Lage und die Verhaftung Ekrem İmamoğlus in der Türkei, sondern gab Einblicke in den Staatsaufbau und die politische Entwicklung des Landes, die in der Diaspora in NRW lebende türkischstämmige Zivilgesellschaft und die Auswirkungen auf die deutsch-türkischen Städtepartnerschaften und wie man ihnen begegnen kann.

Ulusoy ist Wirtschaftswissenschaftler und beschäftigt sich seit 1997 am ZfTI u.a. mit den Arbeitsschwerpunkten Innen- und außenpolitische Entwicklungen in der Türkei, deutsch-türkische und türkisch-europäische Beziehungen sowie Migration und Integration im grenzüberschreitenden Raum Deutschland-Türkei.

–> Präsentation Aktuelle Situation in der Türkei – Bedeutung für Städtepartnerschaften, Yunus Ulusoy

In dem daran anknüpfenden Austausch kamen die Teilnehmenden darin überein, dass vor Ort in NRW das Gespräch mit der türkischstämmigen Zivilgesellschaft weiterhin gesucht werden sollte. In den bestehenden Städtepartnerschaften ist ein weiterhin stattfindender persönlicher Austausch mit gegenseitigen Besuchen sehr wünschenswert, neue Kontakte in Form von Städtefreundschaften sollten gerade zum jetzigen Zeitpunkt angestrebt werden. Ulusoy betonte besonders die Wichtigkeit von Veranstaltungen vor Ort, um die unterschiedlichen Meinungen der Türkeistämmigen vor Ort abzuholen. Hier bietet sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Integrationsrat an.

Ausdrücklich wurde auf die zentrale Fach- und Förderstelle des Schul- und Jugendaustauschs zwischen Deutschland und der Türkei, die Deutsch-Türkische Jugendbrücke, hingewiesen.
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