Bericht Follow-Up „USA-NRW Stammtisch“

„USA-NRW Stammtisch: Austausch NRW-Kommunen mit US-Partnerschaft“

Auf vielfachen Wunsch hin lud die Netzwerkstelle Städtepartnerschaften im Anschluss an den “USA-NRW Stammtisch Städtediplomatie: Austausch NRW-Kommunen mit US-Partnerschaft“ vom 23. Februar 2022 die Gemeinden und Kreise NRWs mit US-amerikanischer Partnerschaft zu einem virtuellen „Follow-Up“ ein.
Dieses „Follow-Up“ bot Organisationen und Partnerschaften die Möglichkeit, die Themen des ersten Treffens wieder aufzunehmen, zu vertiefen, und allgemein über die Beziehungen zwischen den USA und Nordrhein-Westfalen auf dem Laufenden zu bleiben. Knapp zwanzig Personen nutzten am 23. Juni 2022 diese Gelegenheit zum Austausch, herzlich begrüßt vom Präsidenten der Auslandsgesellschaft.de e.V., Klaus Wegener.

AmerikaHaus NRW e.V.

Dr. Benjamin Becker, Direktor des AmerikaHaus NRW e.V., stellte insbesondere die informellen Kontakte und Kooperationen heraus, die vor dem Hintergrund von städtepartnerschaftlichen Verbindungen zwischen Universitäten und jungen Leuten entstanden sind und erfreulicherweise weiter wachsen. Dass kultureller Austausch und Business kein Widerspruch sein muss, illustriert auch die Partnerschaft zwischen Köln und Indianapolis, welche auch darin besteht, mit deutschen Lebkuchen Weihnachtsmärkte in der Partnerstadt zu bereichern. All diese Kontakte tragen zu einem guten Fundament der Beziehungen bei, was umso wichtiger ist angesichts der bevorstehenden Wahlen in den USA und deren ungewissem Ausgang.

Wie sehr gerade die kommunalen Beziehungen zu den USA als Stützpfeiler der deutsch-amerikanischen Beziehungen gesehen werden, illustrierte, so der Leiter der Netzwerkstelle Dr. Kai Pfundheller, das Programm „Urban Diplomacy Exchange“ des Auswärtigen Amts in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag und Engagement Global mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW). 

Urban Diplomacy Exchange (UDE) Deutschland – USA

Livia Pichorner, Projektmanagerin der UDE, nahm sich daher die Zeit, das Projekt den interessierten Kommunen in seiner Struktur, seinen Zielen und seiner Vorgehensweise zu erläutern. Ziel der UDE ist es, Städte in der Diplomatie zu unterstützen, die Internationalisierung von Städten zu fördern und das gegenseitige Verständnis für aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen zu stärken. Pichorner gab eine Zusammenfassung der beiden Phasen der UDE. So fand im März 2022 ein Runder Tisch der Bürgermeister zum Thema „Local Governance for Democracy“ statt, der Situation geschuldet ging es dabei vorrangig um die Ukraine. Im Mai 2022 nahm das Treffen dann vor allem das Thema Nachhaltigkeit in den Blick. Die Partnerschaftsprojekte sollen amerikanischen Städten durch den Austausch mit ihren deutschen Partnern helfen, nachhaltiger zu werden. Für den Herbst 2022 ist eine Partnerschaftskonferenz in Präsenz mit den ausgewählten Partnerschaften geplant. Auch bilaterale Fachaustauschreisen stehen auf dem Programm. Das Interesse von deutsch-amerikanischen Partnerschaften an UDE ist sehr groß, und gerade die virtuellen Konferenzen werden daher auch gern für die Teilnahme dieser Kommunen geöffnet, die nicht für eine besondere Förderung ausgewählt werden konnten, um doch für möglichst viel Austausch von best practices zwischen allen Kommunen zu sorgen.

Lydia Steinhauer vom Internationalen Büro der Stadt Duisburg ging in ihrem Beitrag auf die konkreten Projekte zwischen Duisburg und seiner Partnerstadt Fort Lauderdale in Florida ein, und die große Unterstützung, die diese durch den Bürgermeister von Fort Lauderdale erführen. Besondere Erwähnung fand das außergewöhnliche Engagement des Ehepaars Thor über den Partnerschaftsverein, aber auch die Bedeutung des Einbeziehens von Bürgerinnen und Bürger in den städtepartnerschaftlichen Aktivitäten. Wichtig ist der Fachaustausch als Startpunkt für inhaltlichen Austausch, der aber in der Folge auch zu einer Einbindung von weiteren Partnern und einer Ausweitung des Netzwerks führen soll.

NRW-Partnerland Pennsylvania: eine Vorstellung

Seit 2012 empfangen die Uni­ver­si­tä­ten der Uni­ver­si­täts­allianz Ruhr (TU Dort­mund, Ruhr- Uni­ver­si­tät Bochum, Uni­ver­si­tät Duisburg-Essen) in Ko­ope­ra­ti­on mit Sponsoren und Un­ter­neh­men der Region in jedem Sommer bis zu 20 US-amerikanische Stu­die­ren­de aus­ge­wähl­ter Part­ner­u­ni­ver­si­tä­ten im Rah­men des Ruhr Fellowship Pro­gramms. Ziel des Pro­gramms ist es, die Universitäten der UA Ruhr und das Ruhrgebiet als Wissenschafts- und Wirtschaftsregion mit hoher Lebensqualität aus akademischer, wirtschaftlicher und kultureller Perspektive zu prä­sen­tie­ren und die in­ter­na­ti­o­na­le Vernetzung zu stärken.

Während im Jahr 2021 das Ruhrfellowship aufgrund der Corona-Pandemie leider nur digital stattfinden konnte, freuen wir uns, in diesem Jahr sieben „Ruhrfellows“ persönlich und in Präsenz im Ruhrgebiet begrüßen zu können. Auch die Netzwerkstelle Städtepartnerschaften der Auslandsgesellschaft.de e.V. hat für die Sommermonate eine Ruhrfellow für ein sechswöchiges Praktikum aufgenommen. Maura Campbell von der Lehigh University stellte in einer abwechslungsreichen Präsentation ihren Bundesstaat Pennsylvania vor, den seit 2007 eine Partnerschaft mit Nordrhein-Westfalen verbindet.

NRW-Partnerland Pennsylvania: Projektpartnerschaft Dortmund-Pittsburgh

Zwischen Pennsylvania und Nordrhein-Westfalen besteht bislang zwar noch keine „formelle“ Städtepartnerschaft, Dortmund arbeitet jedoch bereits seit zwanzig Jahren mit Pittsburgh im Rahmen einer Projektpartnerschaft sehr eng zusammen. Eine gute Gelegenheit also für Fabian Zeuch, Koordinator Globale Städte-Diplomatie der Stadt Dortmund, über die Fortschritte der Projektpartnerschaft zwischen Dortmund und Pittsburgh im Rahmen dieses Austauschs zu berichten. Zeuch beantwortete dabei nicht nur die Frage: Was ist „Urban Diplomacy“ ? sondern ging auch der Frage nach „Was ist der Zweck von Projektpartnerschaften?“ Wirtschaftliches Interesse stand bei der Verbindung Dortmund-Pittsburgh am Anfang: beide Städte hatten einen sehr ähnlichen Strukturwandel erlebt, der mit dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze einherging. So wurde man aufgrund ähnlicher Interessenslagen Anfang der 2000er aufeinander aufmerksam. Eine Reise in die Partnerstadt Buffalo anlässlich des 40jährigen Jubiläums bot dann die Gelegenheit, auch Pittsburgh einen Besuch abzustatten. Dieses Interesse füreinander ist heute in vielen Kooperationen auf Verwaltungsebene sichtbar. In der Pipeline sind heute nicht nur ein „Memorandum auf Understanding“ und weiterer Austausch auf Verwaltungsebene, sondern auch die weitere Einbeziehung von Hochschulen, Wissenschaft, aber auch einem Ansatz gemeinsam mit dem BvB zum Thema frühkindlicher Bildung.

Fazit

Das Interesse an deutsch-amerikanischen Städtepartnerschaften nimmt in NRW weiter zu. Städtepartnerschaften und Projektpartnerschaften sind für eine Kommune nicht nur „nice to have“, sondern wichtige strategische Instrumente, die wirtschaftlichen und politischen Interessen ebenso dienen wie dem Stadtmarketing, den teilnehmenden Privatpersonen, aber auch den beteiligten Institutionen wie Unternehmen, Universitäten, Vereinen und anderen Akteuren. Gerade im aktuellen politischen Kontext ist die Bedeutung von Städtepartnerschaften kaum zu überschätzen.

Zu den Präsentation der Veranstaltung:

-> Livia Pichorner, SKEW | Projekt Urban Diplomay Exchange

–> Lydia Steinhauer, Stadt Duisburg und Fort Lauderdale

–> Maura Campbell | Bundesstaat Pennsylvania

–> Fabian Zeuch, Stadt Dortmund

Über uns

Die Festigung der Städtepartnerschaften in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Kommunen und Zivilgesellschaft steht im Mittelpunkt unseres Projekts.

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