Kollegialer Austausch zwischen NRW-Kommunen und -Kreisen mit ukrainischer Partnerschaft | 30.11.2023

Am 30.11.2023 fand unser dritter „Kollegialer Austausch” statt. Das Prinzip ist einfach; während wir alle zwei Monate zu einem Fachaustausch einladen, geht es in den dazwischenliegenden Monaten im „Kollegialen Austausch“ um einen „freien“ Austausch, also nicht themengebunden. Die Teilnehmenden bringen ihre eigene Themen mit, wir gehen auf ihre aktuellen Fragen ein und Beratung und Lösungsideen erfolgen aus dem Kolleg*innenkreis.

Bei der dritten Ausgabe des „Kollegialen Austauschs“ waren neben zwei Kreisen, vier kreisangehörigen Kommunen und drei Großstädten auch Mitarbeiterinnen der giz sowie der SKEW vertreten.

Bedarfsabfragen bei ukrainischen Partnerkommunen

In der Vorstellungsrunde berichteten die Teilnehmenden jeweils von der aktuellen Situation bei ihnen vor Ort in Kommune und Kreis. So gehen die Hilfslieferungen vielfach weiter, auch bei Kommunen und Kreisen, die bislang noch keine eigene Partnerschaft unterhalten, aber kreisangehörige Kommunen oder Nachbarstädte bei deren Partnerschaft unterstützen. Ein Austausch entspann sich über die Bedarfsabfragen bei den ukrainischen Partnern. Meist laufen sie über die offiziellen Stellen der dortigen Verwaltung, mancherorts sind auch zivilgesellschaftliche Kanäle mit dabei, was zu einem vollständigeren Bild beitragen kann, da die Verwaltung in den ukrainischen Kommunen aufgrund ihrer dünnen Personaldecke bei gleichzeitig vielfältiger Herausforderungen manchmal zum kommunikativen Flaschenhals werden kann. Die Pläne einer Kommune, im Januar/Februar 2024 eine Delegationsreise in die Ukraine zu unternehmen, stieß auf großes Interesse, und die Diskussion über Möglichkeiten, sich dabei aus anderen Kommunen oder Vereinen gegebenenfalls anschließen zu können.

Projekte im Bereich Gesundheit und Klinikpartnerschaften

Besonders beschäftigt die Kommunen und Kreise derzeit das Thema Klinikpartnerschaften und physische sowie mentale Gesundheit. Viele Menschen aus der Ukraine müssen sich aufgrund des Kriegs nicht nur mit körperlichen, sondern auch seelischen Wunden, mit Stress und Traumata auseinandersetzen. Mentale wie physische Gesundheit wird daher als Querschnittsthema über die kommenden Jahre eine große Rolle spielen und daher mitbedacht und in Wiederaufbauprojekte integriert werden. Auch für das neue Landesförderprogramm „Wiederaufbauprojekte NRW-Dnipropetrowsk (Ukraine)“ wurden entsprechende erste Projektanträge im Themengebiet „Gesundheit“ gestellt. Im Austausch brachten Kommunen und Kreise ihre jeweiligen Erfahrungen, Kontakte und Projektideen ein. So wurde von der digitalen Einführungsveranstaltung zum Thema „Mentale Gesundheit und psychosoziale Unterstützung im Wiederaufbau der Ukraine“ berichtet, welche die Plattform Wiederaufbau Ukraine der Bundesregierung am 29. November 2023 ausgerichtet hatte. Aus ihren Erfahrungen berichteten die Organisation Malteser International, das deutsch-ukrainische Klinikpartnerschaftsprogramm Solomiya sowie die Bayer AG. Einen Veranstaltungsbericht und weiterführende Links dazu gibt es hier.

Der Fachkräftefonds der giz und das Programm KePol der SKEW

Kurzfristig zugeschaltet hatten sich zwei Vertreterinnen der giz│Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und eine der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global. Sie stellen den interessierten Kommunen und Kreisen den Fachkräftefonds der giz und das Programm KePol der SKEW vor. Beide Programme dürften einander ergänzen.

Die KePol-Mittel der SKEW können insbesondere für Kommunen und Kreise in Deutschland hilfreich sein, die unter knappen Personalressourcen leiden. Bei KePol handelt es sich um eine Zuwendung für Personalressourcen für den Tätigkeitsbereich kommunale Entwicklungspolitik.

Der „Fachkräftefonds für kommunale Partnerschaften Weltweit“ ist ein Kooperationsprogramm der SKEW und giz, der aktive Partnerschaften zwischen Kommunen in Deutschland und Partnerländern
der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit durch die Vermittlung von Fachkräften fördert, die in der Partnerkommune für zwei Jahre an Projekten der nachhaltigen Kommunalentwicklung arbeiten. Seit Kriegsbeginn ist die Ukraine ein Schwerpunktland. Lokale Fachkräfte in der ukrainischen Partnerkommune können etwa im Bereich Wiederaufbau, Good Governance, Energiesicherheit und anderen Themen unterstützen.

Präsentation des Fachkräftefonds

Factsheet des Fachkräftefonds


Vergangene Informationsveranstaltungen des „Reallabors Ukraine“

Im Rahmen des „Reallabors Kommunaler Aufbaupartnerschaften NRW – Ukraine“ bietet die Netzwerkstelle eine Informationsreihe zu Themenbereichen an, die für die aktuelle und zukünftige Zusammenarbeit mit den ukrainischen Partnern von Nutzen sein können. Veranstaltungsberichte für vergangene Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website –> Reallabor Ukraine Veranstaltungen sowie regelmäßig auch in unserem Newsletter (https://staedtepartnerschaftennrw.org/unser-newsletter). Wenn Sie in unseren Verteiler aufgenommen werden sollen, wenden Sie sich gern an Dagmar Becker: becker@auslandsgesellschaft.de.