Offenes Austauschformat Forum Städtepartnerschaften NRW
Online | 11.12.2025 | 12-14 Uhr
Das 19. „Forum Städtepartnerschaften NRW“ der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften richtete sich mit seinem Zeitfenster in der Mittagszeit insbesondere an die Städtepartnerschaftsbeauftragten in den kommunalen Verwaltungen.
Die Teilnehmenden berichteten über aktuelle Entwicklungen in ihren Kommunen im Nachgang der NRW-Kommunalwahlen, über Herausforderungen im politischen Umfeld sowie Pläne für das Jahr 2026. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl organisatorische Rahmenbedingungen als auch konkrete Projekte und neue Impulse zur Aktivierung zivilgesellschaftlichen Engagements.
Kontinuität in der Verwaltung und neue politische Konstellationen
Eine „tour de table“ am Anfang ergab, dass in vielen der teilnehmenden Kommunen und Kreisen die Verwaltungsspitze nach den Kommunalwahlen stabil geblieben war. Und selbst in Kommunen, in denen es neue (Ober-)Bürgermeister*innen gibt oder neue Landräte oder Landrätinnen sind die Beauftragten froh, über eine Verlässlichkeit zu berichten. Dies eröffnet vielerorts gute Rahmenbedingungen für die Partnerschaftsarbeit. Mehrere Teilnehmende betonten ausdrücklich den guten Zugang zu ihren (Ober-)Bürgermeister*innen und Landräten und Landrätinnen und die kurzen Abstimmungswege im Tagesgeschäft.
Gleichzeitig gab es in manchen Räten deutliche Verschiebungen. Andere berichteten von „bunter“ gewordenen Räten, bei denen sich die Arbeitsstrukturen, insbesondere den Ausschüssen, teils erst neu sortieren müssen. Trotz dieser Veränderungen besteht vielerorts ein klarer Rückhalt für internationale Zusammenarbeit. Neue Stadt- und Kreisspitzen – teils jung und sehr motiviert – zeigen Offenheit für Delegationsbesuche und für die Weiterentwicklung bestehender Partnerschaften.
Lebendige Partnerschaften und große Projekte
Im kommenden Jahr stehen in vielen Kommunen größere Begegnungsformate an. So etwa ein großes partnerschaftliches Sportevent mit allen internationalen Partnern. An anderen Orten werden sämtliche Partnerstädte zu zentralen Feierlichkeiten eingeladen. Besonders in Kommunen mit sehr aktiven Partnerschaftsvereinen wird der Austausch weiterhin intensiv gepflegt – sei es mit britischen, französischen, polnischen oder skandinavischen Partnern.
Einige Städte befinden sich in einer Phase des Wiederanlaufs: Eingeschlafene Beziehungen sollen reaktiviert, neue Partnerschaften aufgebaut oder bestehende Aktivitäten nach personellen Wechseln fortgeführt werden. Mehrere Kommunen berichteten von neu aufgenommenen Kontakten nach dem Wechsel in den Partnerverwaltungen, die auf beiden Seiten frischen Schwung versprechen.
Herausforderungen: Haushaltssperren, politische Zurückhaltung und internationale Lage
Verschiedene Kommunen berichteten von angespannten Haushaltslagen. Teilweise bestehen Haushaltssperren oder Haushaltssicherungskonzepte, die größere Projekte erschweren. Dennoch werden kreative Wege genutzt – etwa durch Förderprogramme, Anfragen an lokale oder regionale Stiftungen oder Mischfinanzierungen aus Kartenverkauf und Sponsoring.
Die internationale Lage beeinflusst die Arbeit spürbar. Partnerschaften mit Regionen in Krisensituationen bleiben bestehen, werden teils jedoch anders gestaltet. Mehrere Kommunen betonten, menschliche Kontakte weiterhin zu pflegen und zivilgesellschaftliches Engagement zu unterstützen, auch wenn offizielle Aktivitäten eingeschränkt sind. Beispiele zeigten, wie Spendenaktionen unter Mitarbeitenden oder einzelne Förderprojekte konkrete Wirkung entfalten konnten.
Diskussionen: Arbeitsstrukturen, Komitees und jugendliche Zielgruppen
Ein wiederkehrendes Thema war die Frage, wie kommunale Partnerschaftsarbeit organisatorisch am besten verankert wird. Einige Kommunen setzen auf gemischte Komitees aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Schulen, die sich mehrfach pro Jahr treffen und thematisch sortiert arbeiten. Andere berichteten von weniger erfolgreichen rein politischen Arbeitskreisen und plädierten für breitere Bürgerbeteiligung. Positiv hervorgehoben wurde das Potenzial jugendlicher Zielgruppen. Projekte wie internationale Musik- oder Sportformate wurden als niedrigschwellige und wirkungsvolle Brücken beschrieben.
Planung 2026: Delegationsreisen, Jubiläen und neue Austauschimpulse
Mehrere Kommunen kündigten Delegationsreisen für das kommende Jahr an – unter anderem nach Westeuropa, Osteuropa oder in den Mittelmeerraum. In einer Großstadt entwickelt die neue Verwaltungsleitung ein Fünfjahresprogramm, das sämtliche Partnerschaften in den Blick nimmt.
Andere berichteten von anstehenden Jubiläen, ersten Kontakten zwischen neuen Verwaltungsleitungen auf beiden Seiten oder geplanten Jugendfahrten. Trotz knapper Mittel bleibt der Ausblick positiv: Die Mehrheit möchte Austauschmöglichkeiten weiter ausbauen und neue Beteiligte gewinnen.
Fazit
Der Austausch zeigte eine bemerkenswerte Kontinuität in der partnerschaftlichen Arbeit – trotz politischer, finanzieller und globaler Herausforderungen. Viele Kommunen befinden sich im Wandel, blicken aber optimistisch auf die kommenden Jahre. Deutlich wurde: Kurze Wege zur Verwaltungsspitze, engagierte Vereine und niedrigschwellige Jugendprojekte sind zentrale Erfolgsfaktoren. Das gemeinsame Interesse am internationalen Dialog, an Friedensarbeit und an der Stärkung zivilgesellschaftlicher Beziehungen bleibt ein verbindendes Element aller teilnehmenden Kommunen und Kreise.
Die kommenden Termine werden zeitnah über unsere Website veröffentlicht und per Einladung versendet.
Die Berichte der zurückliegenden Veranstaltungen der Reihe finden Sie zum Nachlesenfinden hier:
–> Archiv Forum Städtepartnerschaften NRW
