Offenes Austauschformat Forum Städtepartnerschaften NRW für Städtepartnerschaftsvereine

Online | 26. November 2025 | 18-20 Uhr
Vielfältige Einblicke aus der Vorstellungsrunde

Zum Auftakt berichteten die Teilnehmenden von jüngsten Veränderungen in ihren Kommunen. Ein häufig genanntes Thema waren Wechsel in den Bürgermeisterämtern sowie deren spürbare Auswirkungen auf die Städtepartnerschaftsarbeit. In mehreren Fällen zeigte sich großer Optimismus gegenüber neu gewählten Amtsinhaber*innen – in anderen Fällen besteht Unsicherheit, etwa hinsichtlich zukünftiger Fördermittel oder der Priorisierung europäischer Beziehungen.

Wiederkehrende Stichworte waren:

  • Stärkung oder Wiederaufbau politischer Kontakte,
  • Unterstützung durch engagierte Verwaltungsmitarbeitende,
  • Altersstruktur und Mitgliedergewinnung in Vereinen,
  • Herausforderungen bei Partnerstädten, in denen die zivilgesellschaftlichen Strukturen stark ausgedünnt sind,
  • zunehmend komplexe Finanzierungsfragen.

Einige Vereine hoben hervor, wie wichtig stabile politische Rückendeckung ist – insbesondere dann, wenn Partnerschaften im Vereinsmodell getragen werden und die Kommune keine eigenen Kapazitäten bereitstellt. Andere berichteten, dass sie aufgrund von Haushaltsaufsichten oder knappen Mitteln derzeit nicht sicher planen können.

Besonders häufig genannt wurde in diesem Forum die Frage, wie Partnerschaften mit Frankreich, dem Vereinigten Königreich oder auch der Türkei aktuell weiterentwickelt werden können. Mehrere Teilnehmende berichteten von erfreulichen Begegnungen, neuen Impulsen und anstehenden Besuchen – andere wiederum suchen aktiv nach Wegen, Kontakte wiederzubeleben oder passende Partnerstrukturen zu finden.

Austausch zu Fördermöglichkeiten und praktischer Vereinsarbeit

In der anschließenden Diskussionsrunde rückten praktische Fragen in den Mittelpunkt:
Wie gelingt Finanzierung? Welche Förderinstrumente sind wenig bekannt? Wie lässt sich die Arbeit im Ehrenamt entlasten?

Besonders betont wurde:

  • Kreative Kombinationen verschiedener Förderquellen seien heute unverzichtbar.
  • Neben kommunalen Zuschüssen spiele die Suche nach Sponsoren eine immer größere Rolle.
  • Vereine berichteten von hohem Verwaltungsaufwand, um an Mittel zu gelangen – eine zunehmende Belastung für Ehrenamtliche.
  • Als wichtige Ressource im Hinblick auf Kooperationen mit Sportvereinen wurde der Landessportbund genannt, der nach wie vor Fördermittel bereitstellt – oft sei dieses Angebot den Partnerschaftsvereinen jedoch unbekannt.
  • Mehrere Teilnehmende verwiesen auf die Mittel des Deutsch-Französischen Bürgerfonds für deutsch-französische Projekte, die altersübergreifend für Begegnungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt werden können.

Viele Vereine sehen sich mit altersbedingtem Rückgang der Mitgliederzahlen konfrontiert. Wiederholt wurde der Wunsch geäußert, auch in Partnerstädten neue Vereinsstrukturen oder jüngere Aktive zu gewinnen – was besonders dann herausfordernd ist, wenn dortige Vereine stark geschrumpft sind.

Politische Unterstützung – wie sichern und ausbauen?

Im Themenschwerpunkt „Politik“ zeigte sich ein gemischtes Bild.
Auf die Frage, wer regelmäßig mit kommunalen Mandatsträgerinnen im Austausch steht, meldeten sich nur wenige. Manche Vereine haben entsprechende Regelungen in ihrer Satzung verankert – etwa die automatische Mitgliedschaft bestimmter politischer Vertreterinnen. Andere berichteten, dass der persönliche Draht in den vergangenen Jahren verloren gegangen sei oder stark von Einzelpersonen abhänge.

Als gute Praxis wurden genannt:

  • regelmäßige Vorstellung der Vereinsarbeit in politischen Gremien (Stadtrat, Bezirksvertretung, etc.), insbesondere nach Wahlen,
  • frühzeitige Einbindung neuer (Ober-)Bürgermeister*innen,
  • Nutzung von öffentlichen Auftritten wie Partnerschaftsjubiläen, etwa zum Einladen von Amts- und Mandatsträger*innen,
  • Beteiligung an kommunalen Veranstaltungen, etwa mit Infoständen,
  • und – immer wieder betont – persönliche Gespräche, also auch Nutzung von Bürgersprechstunden der Mandatsträger*innen.
Öffentlichkeitsarbeit, Medienkontakte und soziale Netzwerke

Ein besonders lebendiger Austausch entspann sich rund um das Thema Sichtbarkeit.
Viele Vereine stehen vor der Frage, wie sie mit begrenzten Mitteln mehr Aufmerksamkeit erzeugen können.

Genannt wurden unter anderem:

  • Lokale Medien direkt ansprechen und persönliche Termine vereinbaren,
  • städtisches Marketing um Unterstützung bitten,
  • Veranstaltungen gemeinsam mit anderen Vereinen organisieren,
  • regelmäßige Newsletter verfassen,
  • Social Media gezielt nutzen:
    • Instagram und Facebook je nach Altersgruppe,
    • kurze Einblicke aus Vereinserlebnissen,
    • Qualität vor Quantität bei Posts,
    • Nutzung von Statusmeldungen (etwa bei WhatsApp) und Fotos von Zeitungsartikeln, die per E-Mail oder Social Media verbreitet werden können.

Mehrere Teilnehmende berichteten, dass künstliche Intelligenz inzwischen ein hilfreiches Werkzeug sei – etwa zum Schreiben von Reden, Berichten oder Social-Media-Beiträgen. Dabei wurde zugleich auf die Bedeutung sauberer Quellenangaben und kritischer Prüfung hingewiesen.

Ausblick und Impulse aus der Netzwerkstelle

Zum Abschluss gab es Hinweise der Netzwerkstelle auf aktuelle Entwicklungen, unter anderem:

Mit Dankesworten an die gemeinsame „Schwarmintelligenz“ und vielen neuen Anregungen endete ein sehr praxisnahes und konstruktives Forum.

Terminankündigungen

20. Forum Städtepartnerschaften NRW für Städtepartnerschaftsvereine | Online

Dienstag, 13. Januar 2026 | 18-20 Uhr
Einladung folgt

Infoabend in der Auslandsgesellschaft, Dortmund
„Reisen Sie mit uns in Ihre Partnerstadt“

Die Mitarbeiterinnen der Abteilung Internationaler Austausch und Studienreisen der Auslandsgesellschaft geben im persönlichen Austausch Auskunft und stellen bereits durchgeführte Reisen für Partnerschaftsvereine vor. -> Einladung

Berichte zurückliegender Veranstaltungen „Forum Städtepartnerschaften NRW“ zum Nachlesen finden Sie im
–> Archiv Online Veranstaltungen Forum Städtepartnerschaften NRW