Offenes Austauschformat Forum Städtepartnerschaften NRW
Online | 11. Juni 2025 | 11-13 Uhr
Mit dem „Forum Städtepartnerschaften“ nehmen wir unsere gleichnamige in den Vorjahren gut angenommene Veranstaltungsreihe in leicht geänderter Ausführung wieder aufnehmen. Anders als in den Jahren 2021-2024 gibt es daher keine Themeninputs; dafür steht der offene Austausch im Vordergrund.
Das 15. „Forum Städtepartnerschaften NRW“ der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften richtete sich mit seinem Zeitfenster in der Mittagszeit insbesondere an kommunale Städtepartnerschaftsbeauftragte. Über zwanzig Teilnehmende tauschten sich über ihre jeweiligen Städtepartnerschaften und die damit verbundenen Fragen und Herausforderungen aus.
Jugendbeteiligung bei den städtepartnerschaftlichen Aktivitäten
Wie schon mehrfach zuvor ging es zunächst um die Frage der Jugendbeteiligung bei den städtepartnerschaftlichen Aktivitäten. Die Teilnehmenden brachten die in ihrer Stadt jeweils erfolgreichen Initiativen dazu in die Runde ein. So wird in einer Stadt vom Partnerschaftsverein proaktiv nach Partnerschulen in der britischen Partnerstadt gesucht (jedoch mit bislang wenigem Erfolg) um mit diesen an gemeinsamen Projekten zu ausgewählten Themen zu arbeiten, wie etwa zu Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit, in einer anderen Stadt wird jährlich erfolgreich ein Fußballtournier mit der Partnerstadt organisiert. Der jährliche Lesewettbewerb sowie ein bereits seit Jahrzehnten etabliertes Handball-Turnier führen in einer dritten Kommune die Jugend an die Städtepartnerschaften heran. Vielfach wird der Europa-Tag im Mai für eine Veranstaltung unter Einbeziehung und Vorstellung der Partnerstädte und der dazugehörigen Vereine genutzt. Insbesondere interaktive Angebote, wie Quiz und Glücksrad, kommen dabei sehr gut bei jungen Menschen an. Ein gemeinsamer Auftritt aller Städtepartnerschaftsvereine einer Stadt, so die Erfahrung, erhöht dabei die Sichtbarkeit.
Auch unter dem Label der Bildungsarbeit können Partnerschaften im Stadtbild und Stadtalltag sichtbar gemacht werden. So werden Städtepartner aus Ländern des Globalen Südens zusammen mit den Themen Fairtrade oder den UN-Nachhaltigkeitszielen zusammengedacht und bei Aktionen zusammengebracht, etwa in Grundschulen z.B. durch das Bemalen von Jutebeuteln, Baumpflanzaktionen, o.ä..
Eine Kommune hat ein gemeinsames Graffiti-Projekt auf die Beine gestellt, bei der an den Wänden einer Schule in der eigenen und der Partnerkommune Graffitis gemeinsam mit lokalen Künstlern unter Einbeziehung von Schulklassen gestaltet werden. QR-Codes laden ein, mehr zu den Kunstwerken und den Städtepartnern zu erfahren. In anderen Städten laden die Partnerschaftsvereine zu Fahrradtouren und Stadtspaziergängen ein oder nutzen bekannte Feste wie Karneval um sich im Veranstaltungskalender der Stadt sichtbar zu machen und einzubringen.
Schwierigkeiten scheint es vielerorts zunehmend damit zu geben, bei Jugendaustauschen eine Familienunterbringung anbieten zu können – die Bereitschaft, für einen begrenzten Zeitraum von einigen Tagen Gastkinder privat in Gastfamilien unterzubringen, geht sowohl in den Kommunen in NRW als auch den Partnerkommunen zurück. Vielfach wird daher verstärkt auf Unterkünfte wie Jugendherbergen oder Internate zurückgegriffen.
Ukraine-Partnerschaften
Das Interesse an einer Städtepartnerschaft in die Ukraine ist weiterhin bei den Kommunen vorhanden. Hilfreich ist es dabei, erfahrene Städte, die bereits eine Solidaritätspartnerschaft pflegen und diese auch thematisch bereits breit aufstellen konnten, um Rat und Unterstützung zu bitten. Merkblätter zu Ukraine-Partnerschaften, auch zur Aufnahme von Beziehungen, gibt es auf unserer Website, ebenso wie auch Porträts von ausgewählten NRW-Ukraine-Partnerschaften. Eine Liste bestehender Kontakte wird von der SKEW gepflegt. Mehrer Städte berichteten vom aktuellen Stand ihrer Ukraine-Partnerschaft; so gehen weiterhin regelmäßig Hilfslieferungen in die Partnerstädte, ob Generatoren oder Nutzfahrzeuge wie Feuerwehrfahrzeuge und Busse. Auch die Vereine sind weiterhin sehr aktiv, besonders zu erwähnen der Verein Blau-Gelbes Kreuz aus Köln, der mittlerweile mehrere Ableger in anderen Kommunen in NRW gegründet hat und dessen Gründerin und Vorsitzenden Linda Mai kürzlich vom ukrainischen Präsident Selenskyj für ihr Engagement mit der Auszeichnung das „Goldene Kreuz“ geehrt wurde.
Länderschwerpunkte
Gesprochen wurde auch über die aktuellen Beziehungen zu US-amerikanischen und türkischen sowie israelischen und palästinensischen Partnerstädten und die damit verbundenen politischen Herausforderungen.
Städtepartnerschaftskomitees
Ein reger Austausch entwickelte sich zur Frage der Gründung von Städtepartnerschaftskomitees – viele der Kommunen in NRW haben ein solches eingerichtet. Dabei sind in den Komitees oft freiwillige Mitglieder sowie die Stadtspitze als geborenes Mitglied. Regelmäßige Treffen, etwa auch in Projektgruppen oder zur Gestaltung von Webauftritten, werden als Aufgabe und Arbeitsweise der Komitees beschrieben.
Die kommenden Termine werden zeitnah über unsere Website veröffentlicht.
Die Berichte der zurückliegenden Veranstaltungen „Forum Städtepartnerschaften NRW“ zum Nachlesen finden Sie unter diesem –> Link
