Polen

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An dritter Stelle -nach Frankreich und dem Vereinigten Königreich- steht Polen hinsichtlich der Zahl der Städtepartnerschaften und -freundschaften nordrhein-westfälischer Kommunen und Kreise.

102 Partnerschaften und -freundschaften seiner Kommunen und Kreise verbinden Nordrhein-Westfalen mit Polen, zudem eine lange Einwanderungsgeschichte seit dem 19. Jahrhundert.

2021 besteht das Regionale Weimarer Dreieck -Hauts-de-France, NRW und Schlesien- 20 Jahre, das neben zivilgesellschaftlichen Beziehungen einen engen fachlichen Austausch zum Industrie- und Strukturwandel, Energie und Umweltschutz, im Bereich der Bildung und Kultur pflegt.

Nordrhein-Westfalen erfüllt die Vereinbarung im deutsch-polnischen Freundschaftsvertrag, Polonia-Beauftragte in allen Bundesländern einzusetzen, vorbildlich. Die Landesregierung hat Staatssekretär a.D. Thorsten Klute ernannt, als Ansprechpartner zwischen der Landesregierung, den Bürgerinnen und Bürgern mit polnischer Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen sowie deren Vereinen und Institutionen zu fungieren. Dabei stellen Polen die zweitgrößte und am schnellsten wachsende Zuwanderungsgruppe in Nordrhein-Westfalen und helfen dank ihrer überdurchschnittlichen Qualifikation, den Facharbeiterbedarf unseres Landes zu decken.

Waren die deutsch-polnischen Städtepartnerschaften anfangs vom Willen der Aussöhnung nach deutsch-französischem Vorbild geprägt, so sind die Beziehungen heute einer Studie (2020) des Deutschen Polen Instituts zu Folge partnerschaftlich und themenbezogen, pragmatisch ausgerichtet.

Dies könnte die Chance bieten, durch „urban diplomacy“ Konflikte auf zwischenstaatlicher, gouvernementaler Ebene durch zivilgesellschaftliche Brücken der Verständigung auszugleichen. Jedoch schlagen politische Konflikte derzeit auch auf die städtepartnerschaftliche Ebene durch, indem sich einzelne polnische Kommunen im Rahmen einer „Charta zur Stärkung der Familien“ zur „LSBTI-freien Zone“ erklären.

Umso mehr sehen wir uns gefordert, eine Bestandsaufnahme nordrhein-westfälisch-polnischer Städtepartnerschaften mit der Suche nach Ansatzpunkten für eine Vertiefung der pragmatischen, themen- und projektorientierten Zusammenarbeit und des zivilgesellschaftlichen Austauschs zu verbinden.

Die Ergebnisse der Befragung der nordrhein-westfälischen Kommunen und Kreise, die Kontakte nach Polen pflegen, welche im Frühjahr 2021 durchgeführt wurde, sind im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Forum Städtepartnerschaften NRW“ im September 2021 vorgestellt worden.

Zum Newsletter 4/2021: Im Blickpunkt: Weimarer Dreieck


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