Bericht „20 Jahre Regionales Weimarer Dreieck“

„20 Jahre Regionales Weimarer Dreieck: Wie kann trilaterale Zusammenarbeit von Kommunen initiiert und gestärkt werden? Was können Kommunen dadurch gewinnen?“
Onlineveranstaltung (Expertenrunde und Workshop) Donnerstag, 3. März 2022, 14:00 – 17:00 Uhr

Derzeit feiert Nordrhein-Westfalen das 20-jährige Jubiläum seines regionalen Weimarer Dreiecks mit der französischen Region Hauts-de-France und der polnischen Region Schlesien. 

Gemeinsam mit der Staatskanzlei NRW lud daher die Auslandsgesellschaft.de e.V. und ihre Netzwerkstelle Städtepartnerschaften die Städte und Gemeinden mit Partnerschaften in den beiden Partnerregionen zu einer Bestandsaufnahme und zum Austausch über künftige Handlungsperspektiven ein. Fünf von acht Städten folgten der Einladung und tauschten sich in einer inhaltlich dichten Hybridveranstaltung zu ihren Projekten aus sowie zur aktuellen Lage in der Ukraine und der Rolle, die Städtepartnerschaften nach Polen oder in andere Länder der Region jetzt übernehmen können oder bereits übernehmen.

Ella Gemünd (Staatskanzlei NRW), links im BIld, mit Klaus Wegener (Präsident der Auslandsgesellschaft.de e.V.) und Beate Brockmann (Netzwerkstelle Städtepartnerschaften) bei der Hybridveranstaltung zum Regionalen Weimarer Dreieck

Nach einer Begrüßung durch den Präsidenten der Auslandsgesellschaft.de e.V. Klaus Wegener folgte eine kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmenden, bevor es direkt in die tagespolitische Aktualität des Ukraine-Krieges und seiner Auswirkungen ging. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Sigmar Fischer, Freier Mitarbeiter der Netzwerkstelle Städtepartnerschaften.

Zugeschaltet auf dem Rückweg von Gesprächen an der ukrainischen Grenze war der Polonia-Beauftragte des Landes NRW Thorsten Klute, der die Lage vor Ort schilderte und einen eindringlichen Appel aussprach zur Solidarität mit den östlichen Nachbarn und zur praktischen und pragmatischen Nutzung der langjährigen partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Städtepartnern, um schnellstmöglich Spenden, Unterstützung und Hilfsgüter vor Ort, sowie Flüchtende in Sicherheit zu bringen. Dabei können die polnischen Partnerstädte als verlässliche Koordinierungstellen und Brücken funktionieren von westlichen Hilfslieferungen sowohl zur Versorgung von Geflüchteten in Polen, aber auch hinein in die Ukraine und zu den Menschen dort.

Ein anschließender Beitrag der Netzwerkstelle untermauerte die angesprochenen engen und über Jahrzehnte gefestigten kommunalen Verbindungen von NRW nach Polen mit Zahlen und Ergebnissen aus einer Umfrage vom Frühjahr 2021 unter den 92 Kommunen und 10 Kreisen in NRW mit polnischer Partnerschaft. Zwar hatten die befragten Vertreter*innen aus Verwaltung und Partnerschaftsvereinen aktuelle Herausforderungen vor allem im Bereich Nachwuchssuche und Finanzierung angesprochen, den NRW-polnischen Kommunalbeziehungen aber weitreichende Erfolge in der Vergangenheit bescheinigt, trotz der Pandemielage eine sehr positive Zukunftsvision sowie großes Potential insbesondere bei der fachlichen Zusammenarbeit. Trilaterale Austausche NRW-Frankreich-Polen hat bislang etwa ein Drittel der Kommunen organisiert, die Partnerschaften in beide Länder pflegen.

In einem Gespräch mit Wolfram Kuschke (Staatsminister a.D., Kuratoriumsvorsitzender der Auslandsgesellschaft.de e.V.) richtete Frankreich- und Europaexperte Prof. Dr. Andreas Marchetti (politglott GmbH und Honorarprofessor an der Universität Paderborn) sodann den Blick noch genauer nach Frankreich. In Bezugnahme auf seine Studie zu deutsch-französischen Städtepartnerschaften von 2019 erinnerte Marchetti daran, dass diese Partnerschaftsarbeit auch immer Europaarbeit sei und es für beide Länder, Deutschland wie Frankreich, not tue, den weiterhin stark unterentwickelten Blick nach Osten zu stärken und zu schärfen. Die gemeinsame Beziehungsarbeit immer wieder neu zu leisten sei unabdingbar, man könne sich nicht ausruhen auf dem bereits Erreichten. Ansätze zu trilateralen Projekten und zur Zusammenarbeit seien immer dort zu finden, wo Menschen ein echtes Interesse verbinde. Daher sei es wichtig, dass Partnerschaftsvereine Kooperationen mit anderen zivilgesellschaftlichen Partnern vor Ort suchen, die Themen und Interessen einbringen können. Durch trilaterale Zusammenarbeit könne Europa sichtbar und erfahrbar werden.

Die Vielfalt möglicher trilateraler Projekte, aber auch der Fördermöglichkeiten dafür, welche allein das deutsch-französische und das deutsch-polnische Jugendwerk, vielfach in enger Kooperation miteinander, bereitstellen, erläuterten Florence Gabbe vom DFJW und Maria Albers vom DPJW. Damit konnte auch der inhaltliche Kreis zu ganz aktuellen, konkreten Projektvorhaben auf kommunaler Ebene wieder geschlossen werden, denn die Teilnehmenden aus Kommunalverwaltungen und Vereinen nutzten die Runde zu einer ad-hoc-Beratung zur Finanzierung ihrer nächsten Ideen.

Eine Anschlussveranstaltung ist geplant.

Foto: Dagmar Becker

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